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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 44

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 1
Article
Der Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 44 (sequence 3)
Language
German
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Raphael Straus. Ein Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert Otto Ploedlinus noster notarius hec scripsit et quasi solus in hac civitate in sua habuit memoria4).“ Auf f. 9—10 der Handschrift findet sich auch der Fleischsatz der Juden zu Landshut vom Jahre 1344. Der Wortlaut ist folgender: „Millesimotrecentismo quadragesimo quarto der satz von niwen ■dingen gen den juden gesetzt ist umb daz fleisch in vigilia sanctorum apostolorum Petri et Pauli. Es sibd mein herren die burger ze Lantzhut, der richter, der rat und die gemain mit einer gantzen gemein, raten ubd haizzen über ain worden, daz die juden ir vleisch besunder sullen haben vail dort oben under den juden und habent in erlaubt ein vleisch pank ze haben oben under den juden, wan es in fuget in einem juden haus, und sullen einen juden haben zu einem vleischhakcher, und derselb sol haben ein kristen chnecht, einen vleischmann, der im rinder-, schaf- und kelber chauffe uf dem gaw und uf den markten und in der stat, und sol in der mdl nicht chauffen, daz uf dem weg sey und daz man herein in die stat treiben wellen, noch engegen gen entwederm tor, und daz selb sullen unser vleischhakcher auch tun, daz si deinem viech engegen gen sullen gen dhainem tor bei 72 d, und swann daz viech chom herein uf den markt in die vreyung oder zu den vleischpenkchen, so chauff ieder vleischman und der juden vleischman geleich, des in gelüst, und daz unser vleischhakcher der juden vleischhakcher mit nichte engen noch irren weder mit Worten noch mit werchen noch mit nichte laidig, als lieb in sey, daz man di an leib und an gut icht pezzer, und was der juden vleischhakcher chauff, daz sol er hin uf under die juden lebendigs treiben und sol daz dort oben töten und nicht hienieden, und sol dort oben daz übrig vleisch, daz den juden nicht fugt, verchauffen und sol des selben vleischs dhain unser vleischman nicht chauffen, daz er es hie nieden verchauff bei leib und bei gut, und sullen darzu sehen unser vier maister, die über die vleischhakcher gesetzt sind und ob si daz verewigen, daz in ir dheiner es chauffet, durch dheinerlay sach, denselben oder dieselben nezzert man an leib und an gut. Da von hat man den juden ein. pankch erlaubet, daz si ir übrig vleisch, daz in nicht gut sei, dort oben verchauffen und daz die burger reins, gutes vleisch hienieden haben. Es mag auch der juden vleischhakcher umb und umb in dem Gaw rinder, schaf und kelber chauffen, daz nicht uf dem weg ist, herein ze gen und ze treiben, an alle irrung. So mag unser vleischhakcher einer oder mer dem selben juden vleischhakcher wol an schaden ein lebendiges riirt oder schaf ze chauffen geben, also daz es dort oben under den juden werd getött und dort oben daz übrig vleisch, das die juden nicht wellen, werd verchaufft alles sampt und nicht hienieden, weder vil noch wenig. Es mag och der juden vleischhakcher und ein ieglich jud an seinem gelt wol nemen ros, rinder, schaf, also daz daz si es lebendigs hingeben oder in ein swaig lazzen oder daz si es in töten dort oben und auch dort oben daz übrig vleisch vertan und verchauffet werd. Es mag och der Kristen, den die juden nement zu ir vleischhakcher, bei dem juden in der vleischpankch wol sten und hilffet im hingeben. Die saetz sullen beieiben, die weil si die burger des rates nicht abnemen.“ Das vorstehende Landshuter Ratsdekret gebietet: 1. Die Juden sollen als Fleischhacker einen Juden, also keinen Christen, haben, und ihr Fleisch „dort oben“ unter den Juden an einer besonderen Fleischbank verkaufen. 2. Der Judenfleischhacker soll einen christlichen Knecht haben, der das Vieh auf dem Lande und in der Stadt für ihn einkauft. 4) Otto der Ploedel erscheint um 1360 als Stadtschreiber zu L.

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