Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2259275-2259293-2259297-2261594--3975-2261674- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Literatur dafür einen neuen und besseren wiederzugeben. Die Kinder sprechen dabei: „Sanyanuch (so heißt dieses Tier), Zahn mir gieb!"] — In Sandek (S. 162) ist eher Syndicus zu vermuten. — Platt (S. 163) ist Bollete, d. h. der Daumenabdruck des in die Stadt Zugelassenen (von pollex; vgl» Mittlgn. z. jüd. Volkskde., 1926, S. 582). Mehr lokalen Charakters ist die „Geschichte der Retigionsschule und des Kultus" aus der Feder Gotth. Walters, die aber auch hier und da, z. B. dort, wo von der Einführung von Reformen im Gottesdienste die Rede ist, allgemeine Beachtung verdient. Das Werk lobt seine Meister und läßt das Gleiche von dem angekündigten zweiten Bande erwarten. Baden bei Wien. Max Grunwald. Die Juden und die Judengemeinde Bratislava in Vergangenheit und Gegenwart. Ein Sammelwerk, herausgegeben von Hugo Gold. Brünn 1932. Jüdischer Buchverlag. 192 Seiten Quart. Dem Werke „Die Juden und Judengemeinden Mährens in Vergangenheit und Gegenwart", welches im 3. Bande dieser Zeitschrift (1931, S. 142 ff.) von Josef MeisI ausführlich gewürdigt worden ist, hat der rührige Herausgeber Hugo Gold ein ebensolches reich illustriertes Sammelwerk über die Juden und die Judengemeinde von Bratislava in Vergangenheit und Gegenwart folgen lassen. Bratislava, das ist die als Stätte alter jüdischer Kultur bekannte, namentlich durch den Ruf der hochangesehenen Jeschiba weltberühmte Stadt Preßburg, die ehemals ungarisch war und jetzt infolge ihrer Zugehörigkeit zur tschechoslowakischen Republik diesen tschechischen Namen trägt. Die vorliegende ist die erste größere Darstellung zur Geschichte des Preßburger Judentums „in populärwissenschaftlicher Form", wie das Geleitwort des Herausgebers betont, der mit diesem ebenso wie mit seinem mährischen Werke und dem in Vorbereitung befindlichen über die Juden in Böhmen „vor allem ein Buch von bleibendem Werte für jedes jüdische Haus" zu schaffen wünscht. Zweifellos gebührt ihm das Verdienst, durch seine jüdischen Geschichtswerke und die von ihm herausgegebene „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei" Interesse für die jüdische Vergangenheit in weiten Kreisen seiner Heimat wachzurufen und zu stärken. Auch diesmal äst es Gold gelungen, eine Reihe von Mitarbeitern zu gewinnen, deren bekannte und angesehene Namen die Wissenschaftlichkeit ihrer Beiträge verbürgen, so Bernhard Wachstein, Samuel Krauß und Heinrich Flesch. Daneben stehen mehrere weniger bekannte und unbekannte Autoren mit Beiträgen von unterschiedlichem Werte. Der Band wird eröffnet durch einen guten Ueberblick über die Geschichte der Stadt Bratislava und die Schicksale ihrer jüdischen Bevölkerung aus der Feder des Stadtarchivars Ovidius Faust. Es folgt eine Darstellung des „äußeren Verlaufes der Geschichte der Juden in Preßburg", woran sich ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Juden daselbst anschließt. Heinrich Flesch schildert sodann in dem wohl umfang- und materialreichsten Aufsatze des Bandes „das geistige Leben in Preßburg". In einer auf die Persönlichkeiten abgestellten Gelehrtengeschichte werden die einzelnen bedeutenden Rabbiner und Prediger, Talmudlehrer und Gelehrte, die dauernd oder vorübergehend in Preßburg gewirkt haben, aufgezählt und biographisch behandelt. Besonders wertvoll, durch wissenschaftliche Methode und Exaktheit unter den veröffentlichten Arbeiten hervorragend, ist die Studie von Bernhard Wachstein über „die jüdischen Bewohner Preßburgs im Jahre 1736", welche die Kenntnis der Volkszahl, der wirtschaftlichen Grundlagen sowie der Zusammensetzung der Gemeinde Preßburg nach einer Konskriptionsliste aus dem Jahre 1736 erschließt. Hervorgehoben sei außerdem die schön illustrierte und gründliche Darstellung der Geschichte der Preßburger Synagogen durch Samuel Krauß. Die Geschichte der Friedhöfe hätte eine selbständige eingehende Bearbeitung verdient. Weitere Arbeiten sind gewidmet: der Geschichte der Preßburger Jeschiba, dem Schutzbrief und der ältesten Liste der Preßburger Juden sowie der ältesten Steuerliste, der Beschießung Preßburgs durch Napoleon, der Geschichte der orthodoxen Kultusgemeinde, ihrer Schulen, der Chewra-Kadischa, dem jüdischen Spital, der israelitischen Religionsgemeinde und ihren Einrichtungen, endlich der Schilderung des modernen jüdischen Lebens in Preßburg. Akten und Urkunden zur Geschichte der Preßburger Juden (1092—1526), bearbeitet von 216