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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 1
Article
Die Judenfrage auf den Posener Provinziallandtagen von 1827 und 1845
Date
1932-01-01
Page
Seite 42 (sequence 13)
Language
German
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Manfred Laubert Die Juden frage auf den Posener Provinz iafldandtagen von 1827 und 1843 Der hierauf im Staatsministerium stattgefundenen Beratung gemäß wurden dann wieder die Stande zur Begutachtung aufgefordert, aber dieses Verfahren konnte jetzt wesentlich vereinfacht werden, da man das Gesetz nur dem Vereinigten Landtag von 1847 vorzulegen brauchte. Nach dessen Wünschen fand darauf eine Umredaktion zu dem allgemeinen Gesetz vom 2 3. Juli 1847 statt, das allerdings gegen den Wunsch der Posener Abgeordneten im Großherzogtum keine Geltung erlangte und unter Beibehaltung der beiden vorhandenen Kategorien nur den naturalisierten Juden die Gleichberechtigung einräumte. Dieser letzte provinzielle Unterschied wurde indessen in Verfolg der Ereignisse des nächsten Jahres auch verwischt. Von Interesse sind jedoch noch die der Denkschrift beigegebenen bezw. dem Landtag unterbreiteten Beilagen. Sie enthielten eine Uebersicht der allgemeinen Bestimmungen in Betreff des Judenwesens, so hinsichtlich der Beschränkungen wegen des Wohnorts. Allenthalben war ihnen die Ausübung der ständischen Rechte versagt. Dann wurde ein Abriß über die Gesetzgebung der einzelnen Landesteile gegeben. Sehr ausführlich waren die statistischen Angaben18). In den Städten des Regierungsbezirks Posen waren Ende 1837: 3850 Juden mit und 48 165 ohne Staatsbürgerrecht gezählt worden, zusammen 52015 (Regierungsbezirk Bromberg: 3607 und 18 572, zusammen 22179) gegenüber einer Gesamtbevölkerung von 779 595 und 379 013 Köpfen, Ende 18 43 aber im Regierungsbezirk Posen 12921 Juden mit und 41866 ohne Staatsbürgerrecht, zusammen 54 787 (Bromberg: 1621 und 23167, zusammen 24 788), woraus sich bereits eine starke Abwanderung der ersteren aus dem Brombergschen ergibt. Die Israeliten ballten sich besonders zusammen in Posen (1843: 7359), Kempen (3528), Lissa (3261) und Krotoschin (2214). Auf dem Land waren 1843: 1406 (257) mit und 743 (1201) ohne Staatsbürgerrecht gezählt worden, zusammen 2149 (1458), deren 156 (97) vom Handel, 158 (128) vom Schankbetrieb, 106 (85) von der Ausübung mechanischer Künste ihren Lebensunterhalt gewannen. 1846 zählten das Land 2116 (1667), die Städte 53194 (24272) jüdische Bewohner. Im Gesamtstaat lebten 1843 : 206050 Juden gegen 194 558 im Jahre 1840 (mehr 11492 über 1/17 der jüdischen Bevölkerung). 1822—1840 hatte sich die christliche Bevölkerung um 28 v. H., die jüdische um fast 36 v. H. vermehrt, wovon allerdings 1,5 v. H. durch Uebertritte zum Christentum wieder verloren gingen. E i n Jude entfiel in beiden Jahren in Posen auf 16 Einwohner, in Preußen auf 90 und 83, in Schlesien auf 107 und 102, in Brandenburg auf 135 und 117, in Pommern auf 155 und 141, in Sachsen auf 385 und 367, im Staat auf 77 und 74. 127 414 lebten 1843 unter dem Edikt von 1812 oder unter französischer, bergischer und westfälischer Gesetzgebung oder waren nach dem Gesetz von 1833 naturalisiert, während diesen Vorzug in Posen und den westpreußischen Kreisen 78636 nicht genossen. In den Städten lebten 166 332, auf dem Land 39 718, also noch nicht Vs- Im Posenschen gab es 109 Städte mit mehr als 100 jüdischen Einwohnern, in ganz Preußen 325 derartige Orte mit 145 300 Köpfen. In noch kleineren Gemeinden oder is) Nach Joh. Gottfried Hoff mann: Betrachtungen über den Zustand der Juden im preußischen Staat nach den Ermittelungen des statistischen Büros. Vgl. Allg. Preuß. Zeitung vom 6. Februar 1847. 42

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