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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 247

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 4
Article
Die deutschen Bischöfe und die Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1931-01-01
Page
Seite 247 (sequence 15)
Language
German
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Sara Schiffmann. Die deutschen Bischöfe und die Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges da er selbst schon einige Male sein Leben aufe Spiel gesetzt habe (Qu. I, S. 27). Das müssen wir ihm glauben. Die ganze Stadt befand sich in Aufruhr. Wir wissen, daß die Bürger nach dem Abzug Peters die Thorarollen entweihten, ihren Schmuck raubten und daß die Juden selbst in den Palast flüchten mußten. Ja, die ganze Zeit nachher lebten sie in ständiger Angst. Es genügte, daß die Massen aus der Umgebung sich auf dem Markt sammelten, um die ganze Stadt zur endgültigen Abrechnung mit den Juden zu veranlassen. — Aus der Anwesenheit des Kommandanten ist zu schließen, daß auch bewaffnete Ministerialen in der Stadt waren, wenn auch ihre Zahl bedeutend geringer als die der Angreifer gewesen sein wird. Wenn daher Egilbert es unterließ, mit seiner Dienstmannschaft einzugreifen, so werden wir auf Grund der oben beschriebenen Situation annehmen müssen, daß der Erzbischof nicht ohne weiteres über sie verfügen konnte. Auch in der Diözese war seine Macht beschränkt. Mit großer Mühe wurde er endlich im Jahre 1084 konsekriert54), doch schon 1093 kündigten ihm die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun den Gehorsam auf55). Auch von außen her konnte sich der Erzbischof keine Hilfe holen, selbst wenn er die Absicht gehabt hätte, 'tatkräftigen Widerstand zu leisten. Wenn der Schutz des Erzbischofs Egilbert von Trier versagte, so lag es vor allem an der feindseligen f Haltung der Bürger, die sich den Kreuzfahrern zugesellten, wie an der Schwäche der Bischofsmacht, die nicht die nötigen Mittel besaß,^ um den Schutz bis zu Ende zu gewähren. E. Köln: Erzbischof Hennann III. (25. Juli 1089—21./22. November 1099)56). Ueber die Kölner Verfolgung berichten Qu. I und II, (S. 17f.; S. 40 f.). Der Bericht in II ist, wie aus der wörtlichen Uebereinstimmung hervorgeht, eine verkürzte Wiedergabe von I. Der Kölner Bericht setzt unmittelbar mit dem Beginn der Verfolgung ein. Am 29. Mai kamen die Nachrichten von den Verfolgungen in den anderen Gemeinden nach Köln. „Die Juden flohen jeder zu seinem christlichen Bekannten und blieben bei ihnen die beiden Tage des Wochenfestes". Am 1. Juni zerstörten die „Feinde" ihre Häuser und die Synagoge und schändeten die Thorarollen. Einige Opfer fielen. „Der Rest der Gemeinde wurde verschont, und sie blieben in den Häusern ihrer Bekannten, in die sie geflohen waren, bis der Bischof am 10. Siwan (3. Juni) in seine Dörfer ging und sie auf sieben seiner Ortschaften verteilte, um sie zu retten. Sie blieben dort bis zum Neumondtage des Tammus (23./24. Juni)". 54) Adolf Goertz, Mittelrheinische Regesten, hgg. von F. Rudolf, I, Coblenz 1876, S. 419 f. — Meyer von Knonau III, S. 578; Martini, a. a. O., S. 33 f. 55) Meyer von Knonau IV, S. 404. 56) Vgl. den Bericht Alberts von Aachen. 247

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