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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 227

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 4
Article
Dokumente zur Schriftenverfolgung durch Pfefferkorn
Date
1931-01-01
Page
Seite 227 (sequence 1)
Language
German
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Dokumente zur Sckriftenverfolgung durch Pfefferkorn Von Max Freudenthal Unser Mitarbeiter J. Kiefer in Worms stellt uns aus dem dortigen städtischen Archiv die beiden nachfolgenden Dokumente (Sign. Urk. 676—1509) zur Verfügung, die sich auf die Beschlagnahme der hebräischen Schriften daselbst durch Johann Pfefferkorn 1509 beziehen und eine willkommene Ergänzung der Darstellung bieten, welche G r a e t z in Band IX seiner „Geschichte der Juden" im Text und in der angehängten Note 2 sowie Kracauer in der Ludwig Geigerschen „Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland" (Band I), in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" (Jahrgang 1900) und in seiner „Geschichte der Juden in Frankfurt a. M." (Band I) gegeben haben. Das erste Dokument stellt ein Spezialmandat für die Beschlagnahme in Worms dar, das vom selben Tag wie das allgemeine Mandat durch Kaiser M a x i m i 1 i a n I. zu Padua am 19. August 1509 ausgestellt ist. Worms wird hierin als die höchste Synagoge im Reich bezeichnet, in der deshalb die meisten Bücher zu finden sein würden. Das ist natürlich eine übertriebene Angabe durch Pfefferkorn, wenn auch Worms zu den angesehensten Gemeinden jener Zeit gehörte. Kaiser Maximilian erwies ihr mehrfach besondere Gunst, und Pfefferkorn wird wohl aus diesem Grunde nicht leicht das Spezialmandat gegen dieselbe erlangt haben. Wahrscheinlich mag er zur Bekräftigung seiner Behauptung von der „höchsten Synagoge" darauf hingewiesen haben, daß der Titel „Judenbischof" für den Gemeindevorsteher und „Hochmeister" für den Rabbiner als offizielle Amtsbezeichnungen in Worms auf eine überragende Stellung der Gemeinde im Reiche schließen ließen1). Bekanntlich lenkte Pfefferkorn seine Schritte zuerst nach Frankfurt, das ihm also offenbar doch wichtiger und bedeutender erschien als Worms, stieß aber dort auf die von Graetz und Kracauer geschilderten Widerstände. In den zuerst von Graetz in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" 1875 veröffentlichten, dann von Kracauer aufs neue in der „Monatsschrift" 1900 in besserer Wiedergabe mit deutscher Uebertragung herausgegebenen hebräischen Berichten über die damaligen Vorkommnisse findet sich eine Reihe von Fehlern und von noch aufzuhellenden Unklarheiten. Einiges möchte ich bei dieser Gelegenheit berichtigen bzw. anschließend ausführen. In einem der Schriftstücke werden die Gemeinden eines Markgrafen und einer Markgräfin erwähnt, mit denen auch Kracauer nichts anzufangen weiß. Es handelt sich hier um den Markgrafen von Bayreuth und um die Markgräfin Anna, die Witwe des Markgrafen A1 b r e c h t x) Die Literatur über die Juden in Worms ist vor allem durch Heinrich Boos, Urkundenbuch der Stadt Worms, und desselben Geschichte der rheinischen Städtekultur, Bde. I und III, zu ergänzen. i 227

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