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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 223

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 2-3
Article
[Nachricht]
Date
1931-01-01
Page
Seite 223 (sequence 2)
Language
German
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Literatur einer Neuauflage könnten die Abbildungen, die Kohuts Geschichte der deutschen Juden entnommen sind, durch bessere Reproduktionen ersetzt werden. Solche stehen jetzt in großer Zahl zur Verfügung. Hans Fehr, Das Recht in der Dichtung. Bern 1931. A. Francke A.-G. Verlag. 580 S. 4<>. Das durch Originalität der Problemstellung, wie durch den Umfang des verarbeiteten Materials gleich imposante Werk des bekannten Berner Rechtshistorikers untersucht die Beziehungen der gesamten deutschen Dichtung zu Recht und Rechtsgedanken. Unter den zahlreichen behandelten Rechtsproblemen wird auch der Rechtsstellung der Juden, besonders im Mittelalter, gedacht. „Durch die ganze Dichtung geht ein Gedanke: Der Jude ist der Kapitalist. Vor allem macht er Darlehnsgeschäfte" (S. 541). Das ist alles, was das Mittelalter von den Juden wußte, und dementsprechend ist auch die Einstellung der mittelalterlichen Dichtung gegenüber den Juden. Sie werden z.B. bei Heinrich von Hesler (um 1300, S. 229 f.) als Leute behandelt, die in des Kaisers Bann sind, gegen die der Dichter zur Judenhetze aufruft; in Fastnachtspielen aus dem 15. Jahrhundert (S. 292 ff.) kommt die ungünstige soziale und rechtliche Stellung der Juden zum Ausdruck; auch das Endinger Judenspiel aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts (S. 368 f.) spiegelt ein trauriges Stück mittelalterlicher Rechtswirklichkeit wieder. Nur ganz vereinzelt finden sich Dichterpersönlichkeiten, die für das gequälte Volk der Juden einzutreten wagen. Fehrs Werk ist auch für die Kulturgeschichte der Juden von Interesse, freilich von sehr traurigem. Festschrift des Vereins zur Verbreitung der Wissenschaft des Judentums „Afike Jehuda" in Prag. 1869/70—1929/3 0. Prag 1930. Selbstverlag. 84 S. Enthält: A. Deutsch, Rückblick auf die 60jährige Vereinstätigkeit. F. Knöpfelmacher, R. Juda Teweles; S. H. Lieben, Beiträge zur Kulturgeschichte der Juden Böhmens im 18. Jahrhundert. A. Deutsch, Verzeichnis der im Verein während seines 60jährigen Bestandes gehaltenen Vorträge. Aus Geschichte und Leben der Juden in Leipzig. Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Leipziger Gemeindesynagoge. 1855—1930. Leipzig 1930. Verlag der israel. Religionsgemeinde. 88 S. Eine Sammlung von Aufsätzen zur Geschichte der Juden in Leipzig; unter diesen bemerkenswert: Gustav Cohn, Frühzeit und Uebergang; Max Freudenthal, Juden als Meßgäste in Leipzig; J. Jacobson, Die Entstehung der israel. Religionsgemeinde; G. Cohn, Die Entwicklung der gottesdienstlichen Verhältnisse; Felix Goldmann, Die gegenwärtige Gemeinde. Mit vielen Abbildungen von Gemeindeanstalten, Kultgegenständen und führenden Persönlichkeiten. Aus der Geschichte der Juden im Rheinland, Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Heft 1. Düsseldorf 1931. L. Schwann. 208 S. Der wertvolle mit ausgezeichneten Bildern vortrefflich ausgestattete Band enthält eine Darstellung der Geschichte der Juden im Rheinland aus der Feder des bekannten Erforschers der rheinischen Judengeschichte Adolf Kober und Studien über jüdische Kult- und Kunstdenkmäler in den Rheinlanden von Elisabeth Moses. Auf den reichen Inhalt dieses bedeutsamen Werkes wird noch ausführlich zurückzukommen sein. Vorläufig sei auf die Rezensionen von Hermann Keussen in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 75 (1931), S. 234ff., und von Rahel Wischnitzer-Bernstein daselbst, S. 311 ff. hingewiesen. J. Münz, Jüdisches Leben im Mittelalter. Leipzig 1930. Verlag M. W. Kaufmann. 95 S. mit Abbildungen. Eine anziehend geschriebene populäre Darstellung des „inneren Lebens", d.h. der kulturellen Verhältnisse der deutschen Juden im Mittelalter, die sich auf wissenschaftliche Literatur stützt. A. Berliners Werk „Aus 223

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