Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 3)
- Language
- German
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Literatur — Zu S. 60. Anschel Salomon Schulhoff ist von seinem Schwager Jost Liebmann vor 2 Jahren von Prag hierher verschrieben worden; so heißt es bei der Erteilung seines Schutzbriefes 1683 in den erwähnten Berliner Akten. — Zu S. 67. Salomon Israel erhält 1725 einen Kammerpaß als kurf. sächs. Merseburgischer Hoffaktor; Akta Dresden Nr. 2270. — Zu S. 68. Aron Israel reist auch von Halberstadt aus zur Messe. — In Anmerkung 16 daselbst will der Verfasser etwas in meinem Buche „Aus der Heimat Mendelssohns" richtigstellen, was aber dort bereits richtig angeführt ist. — Zu S. 72. Abraham Liebmann war 1716 nicht mehr in Halberstadt, sondern bereits nach Amsterdam berufen. — Die das. in Anmerkung 29 erwähnten Beziehungen zwischen den Familien Liebmann und Geldern erklären sich daraus, daß Jost Liebmann der Schwiegersohn des Josef Jakob von Geldern und der Bräunele geb. Gottschalk war; siehe darüber Kaufmann David, Aus Heinrich Heine's Ahnensaal, S. 67 ff., und Akta Berlin R XI, 117 g. Dem Verfasser der Familiengeschichte schwebte offenbar bei Abfassung seines Werkes diese Art vor, wie David Kaufmann familiengeschichtliche Untersuchungen durchführte. Von Kaufmanns Arbeiten steht die Hallos weit ab. Trotzdem und trotz aller Mängel muß wiederholt werden: das Buch hat seinen Wert und stellt für die Geschichte der deutschen Juden eine nicht zu umgehende Quelle dar. Nürnberg. Max Freudenthal. Z. Holm, Denkwürdigkeiten des Aron Isak 1730 — 1817. Berlin 1930, Welt-Verlag. 204 S. Der schlichte Mann Aron Isak, geboren 1730 zu Treuenbrietzen i. d. M., gestorben 1817 in Stockholm, hat die Denkwürdigkeiten seines bewegten Lebens aufgezeichnet. Zuerst war er, wie manche seiner Glaubensbrüder, Petschaftstecher in der Heimat, dann im mecklenburgischen Bützow, später Galanteriewarenhändler während des siebenjährigen Krieges, schließlich Hofjuwelier und Schützling Gustavs III. von Schweden und sein Kriegslieferant im russischen Krieg, den er im Hauptquartier miterlebt hat. Der schlichte Mann mit politischem Scharfblick, mit großer Tatkraft und diplomatischer Gewandtheit erlangte für sich und seine Glaubensgenossen im streng kirchlich gesinnten; Schweden das Niederlassungsrecht und wurde so zum Begründer der ersten jüdischen Gemeinde in Schweden. Die Originalhandschrift von Aron Isaks Denkwürdigkeiten ist im Jüdischdeutsch des 18. Jahrhunderts verfaßt und in hebräischer Kursivschrift aufgezeichnet. Der Text wurde in lateinische Schrift transskribiert und mit einer Einleitung und Anmerkungen in schwedischer Sprache von Joseph Seligmann (Stockholm 1897) herausgegeben. Dieser Text liegt der vorliegenden Ausgabe zu Grunde, die betont (S. 29), daß ihr jeder wissenschaftliche Ehrgeiz ferne sei. Damit erklärt sie mancherlei Streichungen, Korrekturen, erläuternde Zusätze im Texte gegenüber dem Original. So sehr man vom wissenschaftlichen Standpunkte aus exakte Editionsmethoden fordern muß, so darf doch das Verdienst anerkannt werden, daß ein bemerkenswertes jüdisches Memoirenwerk des 18. Jahrhunderts durch die vorliegende vortrefflich ausgestattete Ausgabe des Welt-Verlages weiten Kreisen zugänglich gemacht worden ist. Halle/Saale. Guido Kisdt. Kurze Buchanzeigen*) Von Guido Kisch Carl Clemen, Religionsgeschichte Europas. Band II: Die noch bestehenden Religionen. Heidelberg 1931. Carl Winter. VIII. 335 S. Darin S. 1—96 Grundzüge der politischen und Religionsgeschichte der Juden auf Grund der wichtigsten jüdisch-wissenschaftlichen Werke. Bei *) Den folgenden Buchanzeigen liegt nicht bloß der tatsächliche Büchereingang zu Grunde, vielmehr wird hier ausnahmsweise auch über bemerkenswerte Neuerscheinungen berichtet, von denen Rezensionsexemplare nicht zur Verfügung standen. 222