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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 221

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 2-3
Article
[Ohne Titel]
Date
1931-01-01
Page
Seite 221 (sequence 2)
Language
German
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Literatur Bondy-Dworsky (Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien) erwähnten Prager Juden Vorstehern jener Zeit kommt allerdings der Name Israel Aron nicht vor, so daß es zweifelhaft sein kann, ob er in Prag selbst dieses Amt bekleidet hat. In der Fortsetzung der Inschrift ist in der Uebertragung der Sinn wiederum verfehlt. Der Text bedeutet: „Er verließ seine Kinder, gottgesegnete Männer, die bereits wieder in Ordnung und im Aufstieg waren". Stilisiert kann man freilich all das, was die Inschrift sagen will, nicht wiedergeben, und selbst eine wörtliche Uebersetzung, z. B. von nikra lael „er wurde zu Gott gerufen" wäre weit schöner gewesen als das Stil sein sollende: „rief der HERR ihm". Vor lauter Stil ist in derselben Zeile der Todestag weggeblieben, nämlich der 5. Elul 30. August 1615. Die Schlußzeile „nun glänzt er dort wie ein Licht" ist eine Anspielung auf die bekannte Stelle in Daniel 12, 3. — Gleiches Urteil gilt von den Uebertragungen der anderen Grabinschriften, aus deren Fehlern nur einige hier herausgegriffen seien. Die Inschrift für Israel Aron, den Berliner Hofjuden, ist schon im hebräischen Text übertrieben geschmacklos. Sie nennt ihn gleich zu Anfang — ich lese jathed, nicht jether emunah — eine feste Stütze des Glaubens, diesen Mann, der nach S. 41 es fertig brachte, in einem Schreiben an den großen Kurfürsten für die Wiederaufnahme der Juden in der Mark „dem drey Einigen Gott" zu danken. Das fehlende Wort in Zeile 3 lautet auf der Fotografie deutlich sichtbar beaharon, in der Lade geborgen, ist aber wegen des Wortspiels mit dem Namen Aron falsch geschrieben. Ueber das Datum in Zeile 11—12 bedurfte es keines irrigen Rätselratens; es ist deutlich und korrekt Dienstag, der 13. Nissan 435 9. April 1675. Das Grabmal ist also erst I1/2 Jahre nach der Beisetzung errichtet worden. Diese ungewöhnliche Verzögerung aus unbekannten Ursachen erklärt den ungewöhnlichen Vermerk der doppelten Daten des Todes und der Steinsetzung. In der Grabschrift der Golde Halle S. 152 muß es in der Zeile 4 tefillatho heißen; das Datum ergibt als Todestag den 15. November 1793. Die Bemerkung des Verfassers, daß auf den Grabsteinen die Zahl der Lebensjahre und das Geburtsdatum n i e angegeben werden, ist irrig; es gibt Grabschriften mit Geburtsdaten und zahlreich solche mit Angabe der Lebensjahre. In der Inschrift selber bedeutet die Bezeichnung sakenah, Greisin, nach talmudischer Hagadah regelmäßig das Ueberschreiten des 60. Lebensjahres. Ganz merkwürdig ist die Auflösung der bekannten Titulatur khrr, die der Verfasser als kohen hidjaut sich zurecht gemacht hat; er wußte doch, daß seine Ahnen keine Kohanim sind. Die Abbreviatur lautet aufgelöst: kebod harab rabbi. Daß Golde am Freitag Abend starb und „mit der üblichen Hast" am Sonntag begraben wurde, ist falsch. Der Text besagt nur, daß sie am Freitag starb, und da sie am Sonntag begraben wurde, war von der bekämpften jüdischen Hast, die Bestattung bereits sechs Stunden nach dem Tode folgen zu lassen, ganz gewiß nichts zu merken. In der Erklärung des jüdisch-deutschen Briefes der Bela Hammerschlag S. 144 vermutet der Verfasser in dem Ausdruck bivrat ein deutsches Wort; dies ist jedoch ein bekannter talmudischer Ausdruck. Die vorstehende kleine Blütenlese von Fehlern mag genügen, um zu zeigen, daß der Verfasser, wenn es um hebräische Texte geht, vollständig versagt. Einige kleine Ergänzungen und Richtigstellungen seien noch angemerkt. ZuS. 17. Ein Moses ben David Hammerschlag, aus Raudnitz stammend und in Böhm. Leipa wohnhaft, wird 1744 daselbst mit seiner Tochter ermordet; s. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Tschechoslov. Republik, Jahrgang II, S. 261 ff. — Zu S. 26. König, Annalen usw., S. 255, behauptet, daß die Liebmännin aus Halberstadt gebürtig sei. Aus meinen Leipziger Meßgästen ist ersichtlich, daß in der Tat dort Mitglieder der Familie Schulhoff ansässig waren. Es wäre festzustellen, ob die Eltern von Esther auch dort wohnhaft gewesen sind. — Zu S. 32. Ein Emmersdorf gibt es auch in Bayern. Der Name scheint aber überhaupt nicht zu stimmen. — Zu S. 54. Jobst Liebmann ist auch als Meßgast in meinem Buche verzeichnet. — Zu S. 55. Jost Liebmann erhält erst am 30. Januar 1677 Schutzbrief für Berlin; Akta Berlin R 21, 207 b, 2. — Zu S. 57. Der Rabbiner Salomon scheint mir eher der Halberstädter Rabbiner Salomon Reinbach zu sein, da es 1682 noch keinen Rabbiner in Berlin selbst gab. Die weitergenannten Personen sind offenbar seine Dajanim. 221

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