Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1
- Article
- Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 4)
- Language
- German
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Sara Schiffmann. Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges a) Die Quellen zeigen eine weitgehende wörtliche Uebereinstimmung; ihr Text ist verderbt, b) II und III (teilweise) sind Auszüge aus I, c) bei I fehlt der Anfang, d) III ist in der Mitte unterbrochen, e) I ist keine Komplikation aus M und K, sondern in der gegenwärtigen Gestalt das einheitliche Werk eines Verfassers u). Dagegen ist unklar, wie weit die von Salomo bar Simson, dem vermutlichen Verfasser von I, eingezogenen Nachrichten auf mündliche (wie S. 21, Uff.; 22, 15; 25, 15) oder schriftliche Ueberr lieferung zurückgehen. Die Menge von Daten, Zahlen, Orts- und Personennamen (auch eine große Anzahl von Nichtjuden wird genannt), spricht für das Vorhandensein schriftlicher Berichte. I ist nach Umfang und Inhalt die wichtigste Quelle. Wir erhalten nicht nur Aufschlüsse über die Verfolgungen, sondern auch einen Einblick in die sozialen Verhältnisse (das Verhalten der Bischöfe und Bürger in den verschiedenen Städten, private Beziehungen zwischen Juden und Christen, Organisation der jüdischen Gemeinde usw.). Auch Namen und Ereignisse, die Nichtjuden betreffen (Peter der Eremit, Emicho, die Niederlage in Ungarn, die Mondfinsternis usw.), werden berichtet, wobei der Verfasser, wie Täubler bewiesen hat12), sogar lateinische Urkunden benutzte. Der Vergleich mit den lateinischen Quellen zeigt eine allgemeine Uebereinstimmung13). Dem Autor kam es vor allem auf genaue Ueb erlieferung der Tatsachen an. Für sein historisches Urteil spricht, daß er an manchen Stellen die Verschiedenheit der Ueberlieferungen durch den Ausdruck „manche sagen" (S. 13, 11; 16, 2)14) andeutet, den Mangel seiner Gedächtniskraft in bezug auf Namen betont (S. 20,8) und, wie erwähnt, seine mündlichen Quellen angibt Soweit wir sehen, entstellt er nie u} Man beachte den einheitlichen Stil der subjektiven Partien; Anm. 15. 12> „Spuren von Urkunden in den hebräischen Kreuzzugsberichten"; Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden V, S. 143 f. 1S) Bemerkenswert ist die AehnHchkeit der Ausdrücke bei Guibertus abb. de Novigento (Bouqet XII, p. 240) und den hebräischen Quellen: ,, . . . hi, qui illam ituri expeditionen sub eadem crucis professione suseeperant, inter se coeperunt queri:„NosDeihostes Orientem versus, longis terrarum tractibus transmissis, desideramus aggredi, cum ante oculos nostros sint Judaei, quibus inimicitior existat gens nulla Dei: praeposterus, inquiunt, Iabor est." Qa.LS.l. Qu. m, S. 47. om.T üv *wh m v»3Wi 1*n o*ra*a »sro wjn nax'i •pm j»3*in unaxnxi ivanV -mxnax npim (Hs. pxa) fra traVin umx nan oipa^i msinn rpn wpn^> npim vpvbxi fix oy nnbab lxhvi omn»n mm d^k?b vn ja na^napa oa>x *wx nva^an naw^i xrvbvpbxi vrarei nrrmnx *wx ia*a»a D»awrn im nwx onvra *a «jx nton o^axa uvtosi Tfprai ona napaa oa*>n maVxi .irox •frm ."»iaa 14) Auch Frutolf tut es gelegentlich und überläßt ausdrücklich dem Leser die Entscheidung. — Buchholz, Ekkehard von Aura, S. 5 ff.; vgl. Breßlau, NA. XXI, S. 197 ff. 42