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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 41

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 1
Article
Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1931-01-01
Page
Seite 41 (sequence 3)
Language
German
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Sara Schiffmann. Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuge» nimmt Porges an, daß der ganze Satz nicht vom Verfasser, sondern von einem Kopisten stamme, dessen Vorlage hier abbrach. Damit wäre zugleich Breßlaus Vermutung widerlegt, daß wir hier den Schluß von M vor uns haben. Die Erzählung über die Brunnenvergiftung hält Porges im Gegensatz zu Breßlau für authentisch, als örtliche Beschuldigung mochte sie bereits zur Zeit des ersten Kreuzzugs aufgetaucht sein (S. 199). In der Frage über das Verhältnis der Quellen zueinander kommt Porges zu dem Ergebnis, daß II ein kurzer Auszug aus I ist. Die Unterschiede zwischen I und II bestehen hauptsächlich in Auslassungen, nur selten in Zusätzen; die Abweichungen seien teils auf besondere mündliche Tradition, teils auf Kopistenfehler zurückzuführen (S. 190 ff.). Auch III ist ein unvollständiger Auszug aus I, nur der Anfang stammt vermutlich aus dem fehlenden Anfang von I; Beweis ist die stilistische Uebereinstimmung der erhaltenen Teile (Beispiele: S. 198), die Abweichungen sind hauptsächlich durch Kopistenfehler verursacht. Elbogen10) lehnt gleich Porges Breßlaus Folgerungen ab und schließt sich im allgemeinen dessen Ansicht an. Was uns aber vor allem an seiner Untersuchung wichtig erscheint, ist, daß er zuerst auf die Beschaffenheit der Texte eingeht. So führt er den Nachweis, daß die von Salomo b. Simson genannte Jahreszahl nicht die an unrichtiger Stelle wiedergegebene Abfassungszeit des Berichts ist, sondern sich auf ein dort mitgeteiltes auffälliges Ereignis bezieht, daß er mitten in der Erzählung über Köln Gewährsmänner aus Mainz nennt und daß an dieser Stelle allein die Theorie über die zwei Quellen M und K scheitert. Er stellt ferner eine Reihe von Stücken aus I und II bezw. I und III gegenüber (S. 11 ff.) und zeigt, daß der Text von I besonders verderbt ist, daß die Abschreiber ihre Vorlage liederlich wiedergegeben haben, sodaß sich aus „ihrer gegenwärtigen Gestalt eine bestimmte Anschauung von ihrem gegenseitigen Verhältnis nicht begründen läßt" (S. 20). Die Abweichungen sind nicht auf Benutzung einer anderen Quelle, sondern auf Sorglosigkeit der Abschreiber zurückzuführen. Auch Elbogen spricht die Vermutung aus, daß II ein Auszug aus I und daß III in bezug auf die Berichterstattung der Mainzer Ereignisse von I abhängig sei. Wenn er auch nicht zu schlüssigen Folgerungen darüber gelangt, woher I seine Nachrichten geholt habe, so neigt er doch zu der Annahme, daß I „an Ort und Stelle in den wieder erstandenen jüdischen Gemeinden Erkundigungen eingezogen haben" muß (S. 23). Die kurz wiedergegebenen Anschauungen der Kritik zeigen, daß die uns vorliegenden Quellen manche Schwierigkeiten bieten. Folgende Punkte sind als gesichert zu betrachten: 10) Zu den hebräischen Berichten über die Judenverfolgungen im Jahre 1096; Philippson-Festschrift, 1916. 41

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