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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 1
Article
Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1931-01-01
Page
Seite 40 (sequence 2)
Language
German
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Sara Schiffmann. Heinrichs IV. Verhalten zu den Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges gemachten Angaben ordnete und durch Erkundigungen, welche er selbst einzog, aus mündlicher Ueberlieferung ergänzte". Quelle II. Der Redaktor des Berichtes ist wohl mit dem akrostichisch bezeichneten Dichter der eingeschalteten Klagegedichte Elieser ben Nathan identisch, den Breßlau weiter mit dem Verfasser des Werkes Eben-Haeser, der „als junger Mann die Schrecken des ersten Kreuzzuges miterlebt" hat, identifiziert. Niedergeschrieben wurde II wohl noch vor dem zweiten Kreuzzug. Quelle III. Ihr Verfasser wird allgemein als der Mainzer Anonymus bezeichnet. Auf Grund der Einleitungs- und der Schlußworte5) laßt Breßlau den Redaktor aus viel späterer Zeit stammen. Beweis ist ihm die Anklage über die Brunnenvergiftung (Qu. III, Seite 49), die frühestens aus dem 14. Jahrhundert stammen könne. Die drei genannten Quellen zeigen weitgehende Uebereinstimmungen im Text. Breßlau sucht ihre Beziehung zueinander festzulegen, glaubt aber auf Grund der Abweichungen in einigen Angaben, wie Datierungen und Zahlen, daß keine der Quellen von der anderen abhängig sei, sondern daß sie alle auf gemeinsame Quellen zurückgehen (dieselbe Ansicht schon bei Aronius), aus denen er zwei heraushebt: M und K (M über die Mainzer, K über die Kölner bezw. die niederrheinische Verfolgung). Den Schluß von M bildete wohl das Ende von III (S. 57; I, S. 14, Z. 18). Was I darüber hinaus erzählt, gehe auf mündliche Ueb erlief erung zurück. Breßlaus Ergebnisse werden von Porges6) bestritten. Auf Grund des hebräischen Textes sieht er in I einen einheitlichen Bericht7), den der Verfasser aus mündlichen Nachrichten zusammengestellt hat8). Der Autor habe als Mainzer9) die Leiden seiner Mitbürger besonders tief empfunden, und darum mögen auch die Stücke, die Breßlau auf M zurückführt, unmittelbarer wirken. Die Annahme von besonderen Quellen M und K oder von anderen schriftlichen Vorlagen sei unberechtigt, was die Möglichkeit nicht ausschließt, daß Salomo bar Simson kurze Berichte, wie Märtyrerlisten, vor sich hatte. Ferner beweist Porges, daß wir in III einen unvollständigen Text haben, daß im Schlußsatz, wo die Herausgeber nan lasen, naD jnp iioa "ion zu lesen ist (a. a. O., S. 188), d.h. „Es fehlt hier, ich weiß nicht wieviel". Auf Grund dieser Korrektur 5) „Ich beginne die Geschichte der früheren Verfolgungen" (Qu. III, S. 47). „Ende der früheren Verfolgungen" (Qu. III, S. 57). Porges und Elbogen lassen diese beiden Sätze vom Abschreiber stammen und weisen darauf hin, daß dieser in der vorhergehenden Zeile bemerkt hat, daß ihm ein unvollständiger Text vorlag. Vgl. weiter unten. «) Les relations hebraiques ..in REJ XXV. XXVI. 7) Dies folgert Porges aus dem einheitlichen Stil und führt hierfür eine Reihe von Beispielen an. Siehe REJ. XXV, 182, Anm. 1. 8) S. ö. Anm. 4 und weitere Belege REJ. XXV, S. 183 f. 9) Wir wissen allerdings nicht sicher, ob Salomo bar Simson ein Mainzer war. Die von Porges angeführten Plurale lassen sich ebenso gut aus der Lebendigkeit der Darstellung wie aus der Aufzeichnung unmittelbar vernommener Erzählung erklären. 40

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