Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Regensburger Judenstadt
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Adolf Schmetzer. Die Regensburger Judenstadt haus haben schueln in den schuelhof und ein tür auz der hofstat gein, der Strazz, als ir notdurft ist" (R. U. 1119). Hierdurch wird zum Teil die Angabe des Ostrofrancus bestätigt, daß sämtliche Judenhäuser einer Straße nicht nur in den Kellern, sondern auch in den Geschossen darüber durch Türen unter sich verbunden waren. Da die fünf erwähnten Häuser alle nördlich vom Schulhof und im östlichen Teil des Häuserblocks anzunehmen sind, ergibt die Lösung der urkundlichen Beschreibung folgende Hausbesitzer-Reihe, ausgehend vom Schulhof: Meister Samuel E 31; Wölflein E 30; Mändlein E 29, Brunnhaus, Engelapotheke; Mändlein E 28, zur Apotheke gehörig; Freundlein E 27 am Nordende der Judenstadt. Denn das an letzteres anstoßende stattliche Anwesen E 26, Wahlenstraße 17 (Degginger, jetzt Mühlbauer) ist von den Dürrnstettern erbaut worden, einem reichen Bürgergeschlecht des 14. und 15. Jahrhunderts. Noch 1812 reichte sein östlich anliegender Hof bis an die Tändlergasse, wo jedenfalls ein Hoftor war; denn die an der nördlichen und südlichen Hofseite stehenden Nebengebäude enthielten wohl auch Pferdestallungen. Gegenüber von E 26 führte ein enges Gäßchen von der Tändlergasse zum Kramwinkel, einem kleinen Platz in der Judenstadt. Es ist in den Vogelschauplänen von 1614 und 1645 zu sehen und bis heute als enge Reihe südlich vom Münchener Hof E 45 erhalten geblieben. Das Hoftor des Dürrnstetter-Hauses ist außerhalb der Judenstadt, die Abzweigung des Gäßchens innerhalb derselben anzunehmen, woraus sich die Lage des Judentors ohne weiteres ergibt. Um das Jahr 1206 vergibt der Abt von Prüfening ein Haus „in R. prope forum Puhanswilin" (P. Längs Reg. II. 24). Der Emmeramer Abt Eberhard übereignet im Jahre 1210 den Juden ein gegen den Galgenberg gelegenes Teilstück der sog. Emmeramer Breite zur Anlage eines Friedhofs und tauscht dafür das Judenspital, „hospitale Judaeorum in Pawranswinckhel", ein mit der Auflage, es nur an einen Juden verpachten zu dürfen. Das Haus stößt gegen Westen an Christenhäuser an (vicina Christianis) und ist auf den andern drei Seiten von Judenhausern umgeben (circumsita Judaeis; Hunds Metrop. ed. Rat. II 263). Gemeiner sagt dazu (I, 318), daß der Pawranswinkel jetzt Kramwinkel heißt. Damit und nach den früheren Erörterungen paßt die Ortsbeschreibung dieses Hauses auf den Ostteil von E 28, Tändlergasse 22, beim Südende der Tändlergasse, wenn man annimmt, daß es über einer Durchfahrt für die Tändlergasse mit E 44 (Vereinsbank) zusammengebaut war, und daß der Pauranswinkel bis in die Tändlergasse reichte. Da das Haus E 28 im Jahre 1345 dem Juden Mändlein eignete (s. o.), wird das Spital an eine andere Stelle verlegt worden sein, möglicherweise an die Ostseite des Gerichtshofs in der Nähe des Ritualbades. Bei der Bestimmung des Südabschlusses der Judenstadt zu Anfang des 16. Jahrhunderts muß man sich zunächst vergegenwärtigen, daß sie unmöglich bis an die südliche Häuserreihe des Neupfarrplatzes herangereicht und hier den Ostwestverkehr vollständig abgeschnürt haben kann, wie Albert von Hofmann (Regens- 30