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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 1
Article
Die Regensburger Judenstadt
Date
1931-01-01
Page
Seite 24 (sequence 7)
Language
German
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Adolf Schmetzer. Die Regensburger Judenstadt anläge in der Neupfarrkirche ausgeführten Nachgrabungen haben nun die Stellung der Synagoge sowie ihre Höhenlage erkennen lassen und andere wertvolle Aufschlüsse gebracht. Da der Kirche erst im Jahre 1860 der chorartige Westbau angefügt worden ist, reichte ihre ursprüngliche Anlage nur 2i/2 m westwärts über die Türme hinaus. Ungefähr in der Mitte dieser alten Kirche, und zwar in der südlichen Hälfte des Hauptschiffs, wurde eine Quermauer auf 4 m Länge aufgedeckt, die sich an die Grundmauer der südlichen Schiffwand anlehnte und von der Querachse der Kirche um 9° zu Ost ausschlug. Sie bestand aus geschichtetem Bruchsteinmauerwerk, wie in romanischer Zeit hier üblich, war ferner 1 m dick und an der Westseite glatt verputzt — somit zweifellos die Ostmauer der Synagoge. Ein 60 cm dickes und 5 m weites Tonnengewölbe aus Bruchstein, dessen Achse gegen Westen rechtwinklig zur Quermauer verlief, zeigte Lage und Breite des einst darüberstehenden Synagogenschiffs an, und zwar wahrscheinlich des nördlichen. Denn mit der Lage des zweiten Schiffs südlich davon würden sich Kirche und Synagoge weitgehend decken (in loco, quo antehac Synagoga erat) und der ohnehin beschränkte Raum der Judenstadt nicht noch mehr eingeengt worden sein, zumal auch die Vorhalle nordwärts, auf der Stadtseite, gestanden haben muß. Auf die angenommene Lage des Südschiffs scheint auch ein Mauerstück hinzudeuten, das ostwärts an die Quermauer stieß; es ist wohl die Grundmauer eines in der Mitte der Ostwand angesetzten Strebepfeilers gewesen, der den Schub des Synagogengewölbes aufzunehmen hatte. Dann müßte aber die erwähnte östliche Mitteltüre der Synagoge fortfallen. Danach war also die Achse der Synagoge gleichgerichtet mit der Südflucht des Neupfarrplatzes und ihre Schiffbreite so groß, wie in meinem Grundriß vom November 1928 angenommen. Weiterhin muß die Synagoge, wenn sie 5 Jochpaare hatte, um etwa 8 m über den Westchor der Kirche hinausgegriffen haben. Das erwähnte Kellergewölbe kann als Genisa gedient haben, wo die unbrauchbar gewordenen Kultgegenstände zusammengelegt wurden. Mit Sicherheit darf der Synagogenfußboden etwa 20 cm über dem Gewölberücken vermutet werden, d. h. nur 60 cm unter der mittleren Höhe des heutigen Platzpflasters. Diese verhältnismäßig hohe Lage und die Unterkellerung machen höchstwahrscheinlich, daß die Synagoge tatsächlich auf einer Terrasse stand. Ein Gewölbeschlußstein aus der Zeit um 1300 zeigt 6 Rippenansätze, die nach Größe und Form zu den zahlreichen Fundstucken von Gewölberippen passen. Ein demgemäß vorauszusetzendes sechsteiliges Rippengewölbe kann aber nach den Altdorferschen Bildern weder in der Synagoge noch in der Vorhalle gewesen sein, läßt vielmehr auf einen dritten, bedeutsamen Zwecken dienenden Raum schließen. Da für eine sog. Weiberschule, wie man sie an die Langseite von Männersynagogen angebaut findet, nicht nur jede Nachricht fehlt, sondern auch die notwendige Verbindung zum Männerraum in Altdorfers Zeichnungen, wird es wahrscheinlich, daß der erwähnte 24

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