Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 4 (Januar 1931)
- Article
- Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in den deutschen Städten
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 8)
- Language
- German
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Alexander Pinthus. Studien über die bauliche Entwicklung: der Judengassen in den deutschen Städten Isaaks oder des Kampfes mit dem Riesen Goliath zu bemalen und hierunter die Geschichte selbst in Kürze zu vermerken, in jüdischen Quellen erwähnt wird (S. 19). 42. ) 15. Jahrh., Regensburg: Schilderung des Chronisten Anseimus de Parengar von der Wohnung des Hochmeisters (Rabbiners) Samuel Belassar (nach Berliner, a. a. O., S. 21 ff.): „Das Haus, von, außen ein schwarzgrauer, moosiger, in Untermischung mit kleinen und großen dichtverstabten Fenstern versehener anwidernder Steinhaufe, kaum wohnlich scheinend, hatte einen mehr denn 80 Fuß langen, am Sabbath nur spärlich erleuchteten Gang, der zu einer dunklen halb verfallenen Wendeltreppe führte, von da man, rabenschwarzer Nacht wegen, an den Wänden bis zum Hintergebäude sich fortschleppen mußte. Eine woh! verwahrte Pforte tat sich auf, und man trat in ein mit Blumen freundlich geschmücktes, an Glanz, Wert und Herrlichkeit reiches Gemach. Dieses an den Wänden mit fein poliertem Holz getäfelt und geziert mit bunten wellenförmig verschlungenen Vorhängen und künstlichem Schnitzwerk, war des Hochmeisters Haustempel, worin das Sabbathfest begangen wurde unter dem Wechsel religiöser Handlungen mit lieblichen Genüssen. Ein wertvoller, bunt-bilderreicher Teppich bedeckte den blankgescheuerten Boden, eine brennend rote, feinwollige Decke den runden auf vergoldeten Füßen ruhenden Tisch, und über ihnen schwebte, an glänzender Metallkette befestigt, der siebenarmige Leuchter, blinkend wie aus dem Gusse und aus sieben Lampen einen Lichtstrom ausströmend. Den Festmahlstisch, geschmückt mit silbernen Bechern von schwerem Gewicht und von Meisterhand gefertigt, umstanden Stühle von hohen ,goldverzierten Lehnen und Polstern von geschorenem Sammt. In einer Nische lud das massiv silberne Waschbecken zu den satzungsgemäßen Haudwaschungen ein, und die feinsten Linnen, seidendurchwebt, von hohem Preise, trockneten die gereinigten Hände. Ein meisterhaft eingelegter Eichentisch, von Blumengewinden umgürtet, mit den Festspeisen und dem glänzenden Weinkrug besetzt, ein Ruhebett in orientalischem Geschmack mit schwellenden Seidenpolstern, und ein Silberschrank gefüllt mit Kleinodien, Goldketten und Spangen, vergoldeten und silbernen Gefäßen und seltenen hochgiltigen Altertümern, waren der reiche Rahmen, der dieses Gebilde des Glanzes, der Pracht und Herrlichkeit des hochmeisterlichen Haustempels würdig umschloß." 43. ) ca. 1480: Wohnraum (Titelblatt von Foltz: „Die Rechnung Ruprecht Kolperger. Warnung vor dem jüdischen Wucher". Holzschnitt Nürnberg (Aus Georg Liebe: „Das Judentum in der deutschen Vergangenheit", S. 40, Abb. 32, Tafel VI, Abb. 4). 44. ) 1491: Wohnraum, Holzschnitt aus Foltz: „Die Rechnung Kolpergers von dem Gesuch der Juden", Nürnberg (Liebe, a. a. O., S. 12, Abb. 7). 45. ) 1508: Zimmer eines jüdischen Gelehrten, Holzschnitt aus Reisch: „Margareta philosophica", Straßburg (Liebe, a.a.O., S. 28, Abb. 23). 46. ) 1526: Passahmahl, Holzschnitt aus der Prager Hagadah („Die Prager Hagada von 1526", Jüdische Bücherei, Bd. 3, Verlag für jüdische Kunst und Kultur, Fritz Gurlitt, S. 20). 47. ) 1531: Wechselstube, Holzschnitt aus „Cicero, Officia", Augsburg (Liebe, a.a.O., S. 13, Abb. 8). 48. ) 1541: Wechselstube, Titelholzschnitt, Straßburg (Liebe, a. a. O., S. 43, Abb. 34) aus „Der Judenspieß". 49. ) 1561: Passahmahl, Holzschnitt aus der Mantuaner Hagada (Aus Chad Gadja, „Das Pessachbuch", herausgegeben von Hugo Hermann, Berlin 1914, S. 14, Tafel VI, Abb. 3). 291