Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 4 (Januar 1931)
- Article
- Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in den deutschen Städten
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 7)
- Language
- German
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Alexander Pinthus. Studien über die bauliche Entwicklung: der Judengassen in den deutschen Städten 39. ) 1711, Frankfurt a. M.: Hausbreiten durchschnittlich 13 bis 18 Schuh, in der Synagogengegend bis 23 Schuh. Grundstückstiefe in der Mitte der Gasse 100—105 an den Enden 85 ' (S. 325) Fassadenbreite 6—16 \ nur wenige Häuser mehr. An der Ostseite von der Bornheimer Pforte bis zur Synagoge 115—140 ' Tiefe, die übrigen 2/3 hatten Tiefen von 53—68 \ 40. ) 1711, Frankfurt a. M.: Nach dem Brande Häuser gemäß den Bauvorschriften errichtet. Tafel VI, Abbildung 5 nach Bauzeichnungen im Frankfurter historischen Museum aus Kracauer, „Frankfurt", entnommen. Beschreibung das. S. 368—386: Alte Häuser, bis auf die südlich der Neugasse mit der Schmalseite zur Gasse. Vorderhäuser durchgängig nach der Gasse dreigeschossig, nach dem Hofe viergeschossig. Hinterhäuser nach dem Hofe vier, nach der Stadtmauer drei Geschosse. Auf der Ostseite z. T. Raum zu schmal für Hinterhäuser. Vorder- und Hinterhäuser häufig durch Gang verbunden. Im Hofe, soweit Platz, die Laubhütte. Tiefe der Vorderhäuser betrug durchschnittlich 40 Fuß. Die schmälsten 8, vereinzelt 22 und 23 Fuß breit. Gewölbte Keller, z.T. zwei über- oder hintereinander mit geheimer Verbindung zum Nachbarhause. Erdgeschosse meist massiv, rundbogige Türöffnungen. Die Schilder hängen nach dem Brande nicht mehr frei über die Straße, sondern sind meist in den Schlußstein der Haustür eingemeißelt. Die Obergeschosse alle in Fachwerk. Zwischen den Fenstern keine Wandflächen mehr. Nur ein steinernes Haus, das nach jahrelangen Kämpfen genehmigt wurde. Besonders charakteristisch nicht bloß für die Häuser der Judengasse, sondern überhaupt für die damaligen Bauten Frankfurts sind die Zwerchhäuser, gewissermaßen Häuser für sich, die sich auf der Dachfläche erheben. Nach dem Brande in der Regel mit zwei bis drei Stockwerken gebaut. Die Zwerchhäuser zweier anstoßenden Häuser sind sehr oft unter einem gemeinsamen Dachgiebel vereinigt. Vorder- und Hinterhäuser sind in einzelnen Fällen in allen Stockwerken durch Galerien quer über den Hof miteinander verbunden. Die innere Einteilung der Häuser war bei der Schmalheit der Bauplätze von selbst gegeben. Das Erdgeschoß umfaßte in der Regel drei Räume. Ein vorderer Raum, der als Warenlager und Verkaufsraum diente, durch das Haustüroberlicht nur spärlich erleuchtet. Dahinter die Küche mit dem Treppenaufgang, indirekt durch Glastüren belichtet. Das hintere Gelaß durch Fenster zum Hofe besser erleuchtet. In manchen Häusern kein Verkaufsraum, sondern Zimmer nach der Straße mit abgetrenntem Hausflur, im Mittelraum unter und neben der Treppe Vorratsgelaß und nach dem Hofe die Küche. Zum Obergeschoß führt eine steile Wendeltreppe mit Handseil, es enthält vorn und hinten je ein Zimmer, der Vorplatz wird als Küche benutzt. b) Innere Ausstattung. 41. ) 15. Jahrh.: A. Berliner, vAus dem inneren Leben der deutschen Juden im Mittelalter", schildert nach jüdischen Quellen des 15. Jahrhunderts: Man unterschied zwei Wohnungsräume, zu deren Seiten sich Bänke zogen, nämlich das heizbare Winterhaus, welches nicht selten Wohn-, Speise- und Schlafzimmer in sich vereinigte, und das Sommerhaus, auch Vorhaus genannt, wo man im Sommer speiste und studierte; es war dieses aus den weit vorspringenden Erkern febildet, mit denen man die Häuser versah.....Gemalte immer sind nachweisbar, dagegen weniger eine Bildnisdarstellung zu etwaigem Zimmerschmuck, wiewohl der Gebrauch, die Wände mit historischen Bildern, z. B. mit der Geschichte der Opferung 290