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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-10-01 · Heft 3 (Oktober 1930) · p. Seite 232

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 3 (Oktober 1930)
Article
Neue Kunde von der Marranen-Gemeinde in Hamburg
Date
1930-10-01
Page
Seite 232 (sequence 5)
Language
German
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Cecil Roth. Neue Kunde von der Marranen-Gemeinde in Hamburs: Simäo Diniz de Moares und Frau, Diogo Soares Drago, Felipe Dias Victoria, drei Söhne und zwei Töchter, Antonio Saraiva Coronel und Frau, (Joäo Ramires), Rodrigo Alvarez de Castro und Frau, Guiomar de Costa, Pero Dias und Frau, Alvaro Diniz und Frau, Guiomar Gomez, Witwe des Anrique Dias Milläo, Pero de Palacios, Jacomo de Palacios, Enrique Roiz und Frau, Duarte Roiz,, Frau und Kinder^ Diogo Soares Drago und Frau. Ein paar Bemerkungen über einige dieser Leute dürfte nicht unangebracht sein. Goncalo Cardoso war der Marranen-Name des Abraham Aboab, er wohnte noch ein Vierteljahrhundert später in Hamburg. Er war der Bruder des Ruy Fernandos Cardoso, eines der Führer der Gemeinde. Joäo Gomez, des letzteren Sohn, hieß mit dem vollen Namen Joäo Gomez Cardoso und war bei den Juden als Uzua Aboab bekannt9). Einer der anderen Brüder, die in dieser Aussage erwähnt werden, ist zweifellos jener Elijah Aboab Cardoso, in dessen Haus später die Synagoge Keter Torah lag und dem Isaac Athias seinen Tesoro de Preceptos widmete. Dies war einer der beiden vollständig verschiedenen Zweige der Aboab-Familie, der zu dieser Zeit mit Hamburg verknüpft war, eine Tatsache, die bisher ungenügend gewürdigt wurde. Der oben erwähnte, der ausschließlicher mit jener Stadt verknüpft war, hieß bei den Christen Cardoso. Der andere, der für die allgemeine jüdische Welt weit mehr Bedeutung hatte, stammte von einem gewissen Andre Faleiro, dem Sohn des Manuel Texeira und der Francisca de Solis aus Valverde (Lissabon). Er war um die Jahrhundertwende von Portugal nach Antwerpen und von da nach Hamburg ausgewandert, wo er den jüdischen Namen Jacob Aboab annahm10). Gemeinsam mit Alvaro Diniz und Ruy Fernandes Cardoso war er verantwortlich für den im Jahre 1611 erfolgten Ankauf des Altonaer Friedhofes11). Fast unmittelbar danach ließ er sich in Venedig nieder, wo Bravo ihn schon ein Jahr später kennen gelernt hatte. Seine Frau hieß Beatrice Gomez12). Ihr Sohn, Antonio Faleiro, war eine bemerkenswerte Persönlichkeit im jüdischen und im bürgerlichen Leben, da er zu den Gründern der Bank von Hamburg gehörte und eine der drei Synagogen in seinem Hause beherbergte13). Er folgte später seinem 9) Siehe die Aussage des Diogo de Lima, a.a.O. Uzua Aboab ist vielleicht identisch mit jenem Joshua Aboab, der im Jahre 1643 starb (Grunwald, S. 96). 10) Denuce, Iets over Spaansch-Portugeesche geslachten in Nederland (Antwerpsch Archievenblad, II, S. 49). Grunwald, S. 130. 12) Siehe seine ganze Beichte, in der dies besonders erwähnt wird. 13) Graetz, a. a. O. 232

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