Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-04-01
Page
Seite 84 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2259275-2259282-2259284-2260300--2909-2260405
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sammlung ein ausgezeichnetes, noch auszuschöpfendes Material. Die Briefe bringen zum erstenmal auch den vollen Vatersnamen Moses Mendelssohns, nämlich Emanuel Heymann, der bisher unbekannt war. Ich bedaure ganz besonders, daß ich ihn bei meinen Arbeiten im Anhaltischen Staatsarchiv vor Jahren noch nicht gekannt habe; ich hätte sicherlich manches Material über ihn beibringen können. Aus meinen damals zusammengestellten Notizen kann ich jetzt nur ersehen, daß er zu denen gehörte, die nach Dessau geheiratet und einen Schutzbrief vom Fürsten Leopold erhalten hatten, ferner daß er 1726 in der Liste der Schulbedienten als Küster und Schulklopfer verzeichnet ist. — Der in Brief Nr. 1 genannte Jekutiel aus Dessau gehört einer angesehenen Familie an, die sich mit unter den ersten Einwanderern befand und nach ihrem Ahn Jakob Jekutiel Kaufmann diesen letzteren Namen als Familiennamen annahm. — In Brief Nr. 33 beruht das Wort Darmstadt sicherlich auf einer falschen Lesung; es kann unter dem Verwandten wohl nur Herz Elkan gemeint sein. — In den Anmerkungen zu Brief Nr. 124 muß das Todesjahr der Röschen Ephraim 1803 statt 1804 heißen. Sie entstammte der bekannten Familie Samson (nicht Simson) aus Wolfenbüttel. Ihr Gatte starb am 10. Februar 1779 in Berlin. — In Brief Nr. 125 ist ein Arzt aus Dessau genannt. Der erste Arzt in Dessau war der in Brief Nr. 252 erwähnte Marcus Jacob Marx, der von Dessau nach Hannover ging. Sein Nachfolger wurde der Arzt Elimelech Pölte, gewöhnlich Dr. Samson genannt, der am Sonntag, 1. Sivan 12. Mai 1793 in Dessau verstarb. Dessen Nachfolger war sein bisheriger Adjunkt Dr. Hartog, welcher am 28. Dezember 1821, 60 Jahre alt, verstarb. In dem erwähnten Briefe kann es sich also nur um Dr. Samson handeln. — In Brief 129 wird von der Geburt der ältesten Tochter des Herz Elkan berichtet, deren Name Vögelchen in Brief 132 angegeben ist. Sie wurde die zweite Frau des Isaak Nathan Liepmann Halberstadt in Berlin und starb daselbst am 14. Tammus 560 7. Juli 1800. Eine zweite Tochter von Herz Elkan, namens Gittel, wurde 84 die Gattin des Elias Rüben Goldschmidt in Kassel; durch sie ist wohl der Briefwechsel Mendelssohns mit ihrem Vater in den Besitz der Familie Goldschmidt in Kassel gekommen. — Der in Brief 130 genannte Baruch Aron Levi in Leipzig stammte gleichfalls aus Dessau (vgl. meine Leipziger Meßgäste unter Dessau) und ist daselbst Grabstein Nr. 28 bestattet, die Inschrift ist nicht mehr deutlich lesbar. Simon von Geldern erwähnt ihn in seinem Reisejournal als seinen Verwandten und bezeichnet ihn als Vorsteher und Stadlan. Daselbst wird übrigens auch ein Mitglied der oben- §enannten Familie Kaufmann erwähnt. . Kaufmann, aus Heinrich Heines Ahnensaal S. 308. — Die in Brief Nr. 148 erwähnte Madame Scheindel ist wohl die Schwägerin des Secharja Veitel Ephraim, aber nicht, wie in den Anmerkungen dazu angegeben, die Frau des Nathan Katz und Schwester der Frau Röschen Samson, sondern die Frau des Herz Samson, des Landesrabbiners von Braunschweig, des Bruders der Frau Röschen. — Der in Brief 181 genannte Moses Ries senior, Schwiegersohn der Ephraims, ein großer Seidenfabrikant, hatte Niederlagen in Königsberg. Dieser ist wohl in dem Briefe gemeint, obgleich er damals schon verstorben war. — Der Name Fließ in Brief Nr. 194 ist Beiname der Familie Chalfan, die in Brief Nr. 1 u. ö. erwähnt ist; Moses ben Isaak Eisik Chalfan stammte aus Schönfließ, daher der Familienname. — Der in Brief Nr. 194 und Nr. 196 genannte Schwager von Moses Mendelssohn hieß Selig Moses und war Tabakhändler; er wollte nach Auflösung der Samt- und Seidenfabrik der Gebr. Bernhard und Moses Mendelssohns Erben 1787 die Fabrikgebäude in Potsdam erwerben, wurde aber von der Regierung abgewiesen. S. darüber Acta Borussica, Preußische Seidenindustrie, Band II, S. 483. — Brief Nr. 201. Israel Levi Flesch (nicht Fleß) aus Amsterdam besucht die Leipziger Messe und stand mit den Ephraims in Geschäftsverbindung; s. meine Leipziger Meßgäste unter Amsterdam und Berlin. — Der Schreiber des Briefes Nr. 205 war nach dem Wortlaut der Einleitung („Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch") ein Verwandter von Mendelssohn. — In

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.