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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. Seite 56

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
Zur Geschichte des "Rassenantisemitismus" in Deutschland
Date
1930-04-01
Page
Seite 56 (sequence 17)
Language
German
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Siegmund Feist Zur Geschichte des „Rassenantisemitismus" in Deutschland bis heute den Juden entgegengeschleudert werden: „Wir haben es in den Juden nicht mit einer verschiedenen Glaubensgenossenschaft allein, sondern — und dies ist für uns das Wichtigste — zugleich mit einer ethnisch durchaus verschiedenen Rasse zu tun. Worauf nicht genug Gewicht gelegt werden kann, wenn man sich in der Beurteilung des Judentums ein nüchternes Urteil bilden will, ist der Umstand, daß dieses in der Mitte des arischen Europas sitzende und zersprengte Volk ein rein semitisches ist..... Die gemeiniglich als Gegensätze zwischen „Christ" und „Jude" hervorgehobene Differenzierung zwischen beiden ist zum großen Teile nichts anderes als der überhaupt zwischen Arier und Semitentum bestehende Gegensatz ... in Bezug auf Rassenanlage und Begabung, ja in Bezug selbst auf die jeder Rasse spezifisch eigentümlichen Ideenkreise, Gedankengang und Anschauungsweise . . . Wir glauben daher, daß fortschreitende Bildung wohl schließlich zur Überwindung des Vorurteils gegen den anders gläubigen Israeliten, nicht aber gegen den den ethnisch verschiedenen Juden führen wird. Wir müssen also das Semitentum der Juden festhalten, und wollen hinzusetzen, daß wir in ihnen gewissermaßen die ältesten Aristokraten Europas zu erblicken haben .... Sogar in den nunmehr häufiger eintretenden Fällen, wo Vermischung mit arischem Blut stattfand, bleibt der semitische Typus sowohl physisch als moralisch durch mehrere Generationen hindurch unvermischt, ja tritt sogar später als Atavismus mitunter noch ausgeprägter hervor." Nach einer Schilderung des jüdischen Lebens in Osteuropa bringt der Verfasser Klagen vor über die Herrschaft der Juden auf geistigem Gebiet in Mitteleuropa; Bühne, Schriftstellertum, Musik, Handel, Zeitungen sind in jüdischen Händen, nur eines: die ernste, strenge, besonders die deutsche Wissenschaft scheint sich ihrem alles überragenden Einfluß zu entziehen . . . Der jüdische Stamm ist reich an Talenten, arm an Genies. Die glänzendsten Koryphäen der medizinischen Wissenschaft z. B. sind Nichtjuden. Schließlich wird auch schon die aufrichtige patriotische Gesinnung der damals im Parlamentsleben tätigen jüdischen Deutschen angezweifelt. In Anlehnung an die Ausführungen Hellwalds betätigte sich etwas später Moritz Busch in mehreren Aufsätzen in den Preußischen Jahrbüchern 1880, die schließlich in der Schrift: Israel und die Gojim zusammengefaßt wurden. Ebenso der Wiener Professor Adolf Wahrmundt in der Studie: Das Gesetz des Nomadentums und die heutige Judenherrlichkeit, 1887; schließlich der später seines Amtes entsetzte Berliner Schulrektor Hermann Ahlwardt in der Schrift: Verzweiflungskampf der arischen Völker mit den Semiten, 1890 und anderen Broschüren. Der weitaus erfolgreichste pseudo-wissenschaftliche Judengegner vor Chamberlain war Eugen D ü h r i n g (geb. 1833, gest. 1921 in Nowawes), dessen bekannteste Schrift: Die Judenfrage als Rassen-, Sitten und Kulturfrage usw. zuerst 1880 erschien und es in schneller Folge bis 1901 auf 5 Auflagen brachte27). Im ersten Kapitel dieser Schrift spricht 56

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