Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 4
- Article
- Oberrabbiner Michael Scheuer als Kritiker seiner Zeit
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 5)
- Language
- German
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Isak Unna. Oberrabbiner Michael Scheuer als Kritiker seiner Zeit nicht jüdisch en Umgebung. In den Sittenschilderungen aus jener Periode wird immer wieder über die Laxheit der Moral in den reichen Kreisen mancher Handelsstädte, noch mehr aber bei der Aristokratie der Bildung Klage geführt. „Wie allgemein der ungesunde Geist damals war, zeigt eine Klage der „Zeitung für die elegante Welt" von 1805 über die Zunahme der Ehescheidungen, der Selbstmorde, des Tollwerdens. Die neuen Grundsätze, heißt es da, welche alle Bande des häuslichen und bürgerlichen Lebens für Albernheiten erklären, die nur gemeine Seelen binden und über die sich Geister höherer Art hinwegsetzen müssen, bewirken diese traurigen Ereignisse"10). Während aber früher die Juden infolge ihrer Abgeschlossenheit und infolge der tief religiösen Gesinnung, die alle beherrschte, eine rühmliche Ausnahme bildeten, begann jetzt dieser Geist auch bei ihnen vor allem in die vornehmen Kreise einzudringen. Noch verhältnismäßig harmlos ist es, wenn über den Kleiderluxus der Frauen Klage geführt wird. Solche Klagen begegnen uns auch in früherer Zeit, und R. Michael Scheuer erinnert an einer Stelle selbst daran, daß die spanischen Juden durch ihren Luxus den Neid der Andersgläubigen erregt und dadurch die Stimmung der Bevölkerung zu ihren Ungunsten beeinflußt hätten. Auch die auffallenden Frisuren werden getadelt und mit Betrübnis wird festgestellt, daß die traditionelle Vorschrift der Haarverhüllung von vielen Ehefrauen ohne Scheu mißachtet werde. Aber viel schlimmer noch sind die Schilderungen von der Art des Betragens der Frauen und Mädchen in manchen Kreisen, von der Frivolität und Ausgelassenheit, die dort Platz gegriffen hatte. Die Beschreibung der Toiletten erinnert an die Mode der heutigen Zeit in ihren extremsten Formen, und dabei suchten die jüdischen Frauen ihre nichtjüdische Umgebung noch zu übertreffen11). 10) Steinhausen, Geschichte der deutschen Kultur II, S. 436. lx) v i^sn Dipa 73? mw vrm nuerp *)* nat laV nr unVnpn Dan pia mnw ffaa pt?a Vsr pi tsnaVa pwfc da ttöa «naV 'Va raaV* utron p pVin vr Vaa 16 pro nrn ♦♦•DTK bJ? "p-oa pn p*3 m moanV funsn omn 7sr mna1? Vav ih ia frtpa niax» a*win ♦♦♦ lanVnpa tok a^stpn1? npa Kin Dna nnpai •••mutn Vss am na *a inwaa •^tt iD^n aawa a^aVinn o*wk ••♦'rrna rranin npDT» marn ^na dmwA win na Vsn na1? pnVps? irvr rnsnsa xnaVinn a^aian Vinaa maVinn mViim --»ana nraa pa ptznn ran nw »Vim p *d Dpnan aasrc mnaan p im rnmöa naVin nvnV nans VinaV nnaan nVinan min ♦tna vorm ran nvn 326