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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 319

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 4
Article
Zur Entwicklung des jüdischen Schulwesens in der Provinz Posen
Date
1930-01-01
Page
Seite 319 (sequence 16)
Language
German
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Manfred Laubert. Zur Entwicklung des„ jüdischen Schulwesens in der Provinz Posen Oft waren die Eltern verzogen oder hatten bei der Naturalisation den Namen gewechselt. Nach den aufgestellten Listen war das Ergebnis im Regierungsbezirk Posen folgendes: Jahr Zahl d. 14 jährigen Knaben dav. noch auf der Schule Ein Handwerk erlernten: Gewerbe oderKunst erlernten: RabbinerocLSchächterberuf ergriffen Sonstige Lebensbestimmung hatten Noch nicht untergebracht waren 1841/2 273 32 39 134 11 3 54 1842/3 292 38 55 146 10 7 36 Immerhin ist ein Rückgang der nicht untergebrachten Jünglinge eingetreten. Leider besitzen wir keine Daten über den ferneren Verlauf der Angelegenheit, da Arnims Nachfolger, v. Beurmann, auf Vorschlag der Bromberger Regierung nachgab, daß die Landräte sich fortan .auf die Nachweise stützten, ohne sie an die Regierungen weiter zu reichen. Alles in allem zeigt das entrollte Bild trotz mancher trüben Seiten unverkennbar eine allmähliche Wandlung zum Guten. Durch die Schwunglosigkeit der Behörden, aber nicht ohne Mitschuld der Beteiligten, kam die Aufwärtsbewegung nur langsam in Fluß, um dann nach Wegräumung der elementarsten Hemmnisse im Jahre 1833 siegreich durchzubrechen. Unter dem Antrieb der staatlichen Organe, dann immer mehr aus eigener Kraft, hat sich auch in Posen das Judentum die Bildungsmöglichkeiten zunutze gemacht, die ihm nach der langen Knechtschaft in polnischer Zeit die preußische Herrschaft darbot. 1) Nach Rep. 74. J IX. 16 Bd. I; Rep. 77. 30. 35 Bd. II/III u. 75 Bd. I, Gen. 49 Bd. III; Rep. 89 B. VI. 114 u. X; Rep. 90. XXXVIII. B. 13. Bd. I im Geh. Staatsarchiv zu Berlin u. Stadt Posen C. XVII f 3, XVIII. 38, 51 u. 56; Provschulkoll. N.P.Z.A.10 u. B. 10/1; Oberpräsidialakten XXV. A. 1 Bd. III, 32/3 u. XXVI. B. 8 ff. im Staatsarchiv zu Posen. 2) Vgl. als Beispiel hierzu Laubert: Studien zur Gesch. d. Prov. Posen in d. ersten Hälfte des 19. Jahrh., Bd. II., Posen 1927: D. Niederlassungsu. Grundstückserwerbsrecht d. Juden. 3) Vgl. Laubert: D. Verwaltung d. Prov. Posen. 1815—47. Breslau 1923. S. 256 f. *) Vgl. Bloch: D. ersten Culturbestrebungen d. jüd. Gemeinde Posen usw., Festschr. für Prof. Graetz. S. 16 ff und A. Warschauer in Geigers Zeitschr. f. d. Gesch. d. Jud. in Deutschi. Bd. III. *) Kamptz' Annalen ,S. 676. 6) Kamptz' Annalen S. 457 ff. 7) Aus dieser Erkenntnis hatten Mitglieder der Posener Gemeinde in einem der Regierung und dem Minister des Inneren v. Schuckmann am 2. Febr. 1818 eingereichten Entwurf zu einem Judenreglement in § 11 die Einrichtung von Seminaren in Posen und Bromberg zur Ausbildung jüdischer Volksschullehrer gefordert. 319

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