Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Vertreibung der Juden aus Weißenburg 1520
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 68% known words query
- IRI
…/2259275-2259276-2259281-2260142--2708-2260207- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Moritz Stern. Die Vertreibung der Juden aus Weißenburg 1520 und also erweittert hat, haben sich unnsere herren, ain erber rat, mit sollichem ernst und dapfferkait, auch mit werhaffter hand, zu Stillung sollicher uffrurigen hanndlung nit on merckliche far und wagknüsz iTer leib und leben dagegen gestelt. Wa das nit besehenen, ainer gantzen uffrur zu besorgen gewest war und am letzsten unnser ettlich gar erschlagen möchten sein worden, des wir inen pillich unnser leben lang dannckpar sein sollen. Dem allem nach haben uns obgemelte unnsere herren burgermaister und rate der stat Weyssenburg uff unnser undertänig und diemutig anruefen und biten genedigelich und gutwilligclich geurlaubt, mit leib und gut gutlich von inen ziehen lassen, uns auch jdabey zugesagt, sy wellen uns gegen irenn burgern und verwandten, ob wir schuld oder ander hendel halben spruch und anforderung zu inen zu haben vermählten, schleunigs und auszträglichs rechtens verhelffen. Das haben wir zu hochem und großem danck und gutem benugen angenomen. Demselben nach gereden und versprechen beyunnsern trewen und getanen ayden, das wir uns gegen allen burgern und burgerin, auch allen ains erbern rate verwandten freunntüchs und burgerlichs rechtens hie zu Weyssenburg wellen lassen vergnügen, inen auch umb ir spruch und anforderung vor unnserm abschid rechts pflegen und deszhalb gegen ainem ersamen rat noehyemant ausz den iren verrer und weiter nichtzit furnemen noch yemandt anderm das zu thon gestatten, befelhen noch ubergeben in kainen weg, dann wir auszerhalb obberurter rechtfertigung ain erbern rat und gemaine stat umb alle hendel, sovil sich der bis uff heut dato zwischen uns zu aller seit verloffen und ergangen hat, nichtzit uszgenomen noch vorbehalten, aller ding uff ain gantz und quit frey, ledig und los zelen und sagen in crafft disz brieffs. Dem allem allso zu geloben und getrewlich nachzukomen, haben wir all gemainclich und unnser yeder sonderlich das mit unnsern geschworen Judischen ayden bestättigt, und zu noch mererem glauben und guter sicherhait haben wir obgemelte Judischait, von namen zu namen benent, mann und weibs pilder, alle gemainlich mit vleis erbethein den wolgeporen edlen herren Wolffen herren zu Schwartzenburg, amptman zu Flugling, und den wirdigen edlen herren Gorgen von Gich, hawszcomenthur zu Elling teutsch Ordens, unnser genedig und gebietend herren, das die ire aigne innsigel, doch iren gnaden, derselben erben und nachkomen und mit namen dem haws Ellingen on schaden, mit rechtem wissen gehanngen haben an den brieff unnser bethe. Umb die innsiglung sind zeugen die erbern unndwolbeschaiden Michel Heinlein, baccalaurius von Inngelstat, Anthoni Knapp von Werthain, Aszmus Bernawer von Regenspurg und David Beck von Feldtkirchen, alle drey schreyner und an der zeit inwoner zu Weyssemburg, und ist der brieff geben und zu Weyssemburg in der ratstuben dermaszen gehanndelt, bewilligt, zugesagt und mit ayden verpunden worden am afftermontag nach Bonifacii nach Cristi unnsers lieben herren gepürt tausend funffhundert und in dem zwaintzigisten jaren. 298