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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-01-01 · Heft 4 · p. Seite 287

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 4
Article
Mendelssohn und Mecklenburg
Date
1930-01-01
Page
Seite 287 (sequence 13)
Language
German
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Siegfried Silberstein. Mendelssohn und Mecklenburg tung des Werks ist folgende: Jede Seite hat gespaltene Columnen. Den obern Theil der Seite nimmt der mit Vocalen und Accenten versehene hebräische Text, und die gegenüberstehende deutsche Uebersetzung mit kleinerer hebräischer Quadratschrift ein. Unter der Textes-Columne steht der Tikkun Sopherim oder die Richtschnur für die Abschreiber und für einen reinen Text, welche den Kern von den Bemerkungen der drey größten jüdischen Kritiker, des Meier Levi Bar Todros, Menachem Lonzano und Salomo Norzi, ingleichen die einer sehr richtigen alten Handschrift v. J. 1449 beigefügte auserlesene masoretische Korrekturen in sich fasset, und allerdings des großen Nutzens wegen schätzbar ist. Die Columne unter der Uebersetzung ist einer weitläuftigen Wort- und Sach-Erklärung in rabbinischer Sprache gewidmet, welche, weil sie nicht nur die Meinungen ihrer berühmtesten Schrift-Ausleger im Auszug darstellet, sondern sie auch oft kritisiret, und neue Meinungen vorträgt, in vieler Absicht brauchbar ist. Von beyden jetzt genannten gelehrten Ausarbeitungen ist der Vorredner der Verfasser. Da die Absicht dieser Blätter mir nicht verstattet, die Uebersetzung selbst zu beurteilen, so begnüge ich mich nur, die beiden gelieferten Probestücke derselben zur beliebten Vergleichung mit Lutheri und andern neuen Uebersetzungen christlicher Gelehrten, hier wörtlich mitzuteilen. Tychsen teilt an einigen Stellen zum Vergleich die Cremoneser, die Blitzische und Witzenhausische jüdisch-deutsche Uebersetzung mit, um den Abstand derselben von der Mendelssohns daraus abzunehmen"18). Eine Kritik Mendelssohns. In der allgemeinen deutschen Bibliothek B. XI. T. II S. 298 findet sich eine Kritik der 5 ersten Teile der Bützowischen Nebenstunden Moses Dessau (so heißt er unter den Juden) gesonnen ist, letowas bne ammenu (zum Besten unseres Volkes) eine Uebersetzung mehattora (des Gesetzes) nach beygehender Probe herauszugeben, und zwar auf Pränumeration, so werden alle diejenige, so Lust haben, auf dieses so unschätzbare Werk zu pränumeriren, belieben, ihre Namen herunter zu zeichnen. Der Preis davon ist auf Realpapier fünf Thaler Louis ö?or; auf ordinaires vier Thaler zwey Groschen in Louis d'or. Die Pränumeranten erhalten einen Schein von obgedachten gelehrten Herrn Moses über das empfangene Geld, und wird der Name des Pränumeranten dem Werke vorgedruckt. Die Pränumeranten genießen den Vorzug, daß wenn die bestimmte Zahl der Pränumeraarten complet ist, keine mehr angenommen, wo alsdann kein Exemplar unter drey Dukaten verkauft wird. Ein Nachdruck wird wegen der großen Bannstrahlen nicht geschehen." 18) Zu 4. B. Mose, Kap. 23,14. Mendelssohn übersetzt „in das Gefilde der Hochwächter". Der Cremonesische Uebersetzer gibt diesen Ausdruck: in Feld der Lugung (von lugen, sehen); die beyden übrigen Uebersetzer aber haben das Wort für ein Nomen proprium angesehen und der eine: ins Feld Zophim; der andere aber: zu dem Feld Zophim übersetzt. Zu 4. B. M., Kap. 23, 21: — Mend. „hält Königliche Residenz bey ihm". Die Cremoneser Ausgabe vom J. 1560 hat: und Gesellschaft des König mit ihm; die Blitzische v.J. 1679 und die Liebschaft ihrem König an ihm; und die Witzenhausische v. J. 1687 und das Trommeren von dem König is bey ihm. V. 22. Mend. „Reems". Dieses Wort, das einen wilden Stier, auch einen Elephanten bedeuten kann, hat der Cremoneser: Wiesel—Thier, worunter er einen gewissen Teufel verstehet, übersetzt. Witzenhausen versteht darunter mit Luther ein Einhorn, und Blitz giebt es: die Stärke. 287

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