Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 4
- Article
- Mendelssohn und Mecklenburg
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Siegfried Silberstein. Mendelssohn und Mecklenburg daß von nun an Kein Leichnam beerdiget werde, bevor solcher von einem approbirten Medice besichtiget, und die Gewißheit des Todtes von demselben versichert wird. Wir getrösten uns gnädigster Erhörung und ersterben Ew. Hertzl. Durchl. Zu S. 275. p. p p Tychsens Anzeige von Mendelssohns „Probe einer deutschen Uebersetzung der 5 Bücher Mose" in den Gelehrten Beiträgen zu denMecklenburg-Schwerinschen Nachrichten (1778). 37.-39. Stück. Weil mir in diesen Tagen eine Probe von einer angekündigten deutschen Uebersetzung der 5 Bücher Mose, die den berühmten Moses Mendelsohn zum Verfasser hat, eingereicht worden ist, so will ich diesmallS) meine Leser mit dieser merkwürdigen Erscheinung zu unterhalten und genauer bekannt zu machen suchen (als es in den Zeitungen neulich geschehen ist). Es ist diese Probe auf 11/2 Bogen in gr. 8 zu Amsterdam in der Propsischen Druckerey in diesem Jahre herausgekommen. In der vier Blätter anfüllenden rabbinischen Vorrede liefert der Verfasser derselben, Salomo Joel, eine Nachricht von den vorhandenen von Juden verfaßten chaldäischen, syrischen, arabischen, persischen, spanischen und des Aquila griechischen Uebersetzungen, ohne im geringsten der griechischen Uebersetzung der sogenannten siebenzig Dollmetscher zu gedenken, zum deutlichen Beweis, daß er alle thalmudischen Stellen, welche in neuern Zeiten einige in diesen Schriften wenig bewanderte christliche Gelehrten von dieser Uebersetzung wider allen Sprachgebrauch zu erklären sich Mühe gegeben haben, nicht auf eine griechische Version, sondern auf eine mit griechischen Buchstaben veranstaltete hebräische Abschrift, wie billig, deutete. Hierauf beschreibt der Vorredner die bisher zum Vorschein gekommenen jüdisch-deutschen Ausgaben, von welcher er die in obgedachten Blättern von mir beschriebenen Costnitzer und Baseler Ausgaben nicht hat zu Gesicht bekommen können, und klagt über den unverständlichen und unreinen deutschen Ausdruck in denselben, wovon ich in den Anmerkungen zu einigen Versen, Beyspiele, die diese Klage rechtfertigen, geben will. Er klagt über den unreinen deutschen Ausdruck in denselben. Wegen dieses Mangels einer unserer reinen deutschen Mundart entsprechenden Uebersetzung habe sich also der durch seine Schriften so bekannte Moses Mendelsohn bewogen gefunden, eine genaue und zierliche16) Uebersetzung der 5 Bücher Mose auf Pränumeration drucken, und zu dem Ende gegenwärtige Schrift, welche das erste Kapitel des zweiten und das 23. und 24. Kapitel des 4. B. M. enthält, zur Einladung der Pränumeranten austeilen lassen17). Die Einrich- 15) Tychsen hat in denselben Beiträgen 1774 (43. und 44. Stück) Nachricht von jüdisch-deutschen Uebersetzungen gegeben. 16) Ob diese Uebersetzung ihr Glück bey dem größten Haufen der Juden machen, und die üblichen Kauderwelschen verdrängen werde, dürfte leicht zu entscheiden seyn, wenn diese Juden so dächten, wie diejenigen, denen ich sie wies, sich hierüber vernehmen ließen: awekker dermit, was teitsch,es is kahn Loschen (Sprache). 17) Folgendes mit jüdischer Currentschrift geschriebenes mir zugesandtes Pränumerations-Avertissement theile ich der etwaigen Liebhaber wegen, nach seinem ganzen Umfange wegen mit: „Mit göttlicher Hilfe! Da der s. t. gelehrte Herr 286