Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 4
- Article
- Mendelssohn und Mecklenburg
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Siegfried Silberstein. Mendelssohn und Mecklenburg: Gottes, der die gantze Welt richtet, und ist den Richtern der Welt entdeckt, wie geschrieben steht: die Erde besteht durch Gericht. Das ist klärlich zu beweisen aus 1 Samuel 2, 25. Wenn jemand wieder einen Menschen sündiget, so kan es der Richter schlichten: wenn aber jemand wieder Gott sündigt, wer kan für ihn bitten? Der Tod der Gerechten ist ein Lager, ein Schlaf, eine Aufgebung des Geistes, eine Zusammensammlung, ein Umkommen. Jes. 57, 1: Der Gerechte körnt um. Die heiligen Leute werden zusammen gesammlet v. 2: Sie kommen zum Frieden, und ruhen in ihren Lagerstädten. Hier finde ich in kurzem, daß wenn der Gerechte stirbt und begraben wird gleich an demselbigen Tage: so kömt er auch noch an eben dem Tage zur Ruhe. Davon handeln zwei Stellen. Ps. 14 6, 4: Des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zur Erden werden: an diesem Tage sind verlohren alle seine Anschläge. Hiob 2, 22: Sie freuen sich sehr und sind frölig, daß sie das Grab finden. Der Tod ist ihnen also eine Freude und etwas gefundenes und ihre Ruhe eine Ehre. Mit dem Gottlosen ist es das Gegentheil. Wenn auch einem Gerechten nach den Geheimnissen Gottes Maaß gegen Maaß muß vergolten werden, als ich beweisen kan durchs Gesetz, die Propheten, und andern heiligen Schriften, auch aus dem Evangelio: so muß er nach seiner Zurückkehr zur Erde wiederum lebendig werden und wiederum sterben. Das ist eine Strafe der Vergeltung. Hiob 14, 22: Weil er das Fleisch anträget, muß er Schmertzen haben, und weil seine Seele noch bey ihm ist, muß er Leiden tragen. Es wird ihm also von Gott die Strafe zugetheilt. Und kein Mensch auf Erden braucht deswegen zu leiden und Sorge zu tragen. Ich will dieses, als gemeldt, beweisen aus dem Gesetz, den Propheten und den andern heiligen Schriften, und aus der christlichen Lehre, dem Evangelio, und alle gelehrte Professores sollen es mir attestiren. Der Hauptgrund davon ist 1 Kön. 13. welches vom falschen Propheten handelt, dem der Mann Gottes wieder dem Befehl Gottes gehorchte, daher seine Strafe war, daß der Löwe ihn auf dem Wege tötete, und er nicht bei seinen Eltern begraben wurde. Darauf hat der falsche Prophet ihn in seinem Grabe begraben, und befohlen, wenn er stürbe, solte man ihn bei ihm begraben 2 Kön. 13: als der Prophet Elisa sturb, und man ihn begraben hatte, und sie einen falschen Propheten bei ihm begraben wolten: war die Schickung Gottes, daß dieser lebendig ward, welches ihm eine Strafe war, weil er nun wieder sterben mußte. Das ist ein deutlicher Beweis, daß dieses neue Leben eine Strafe seiner Sünde sey. Der Beylag da ich Attestatum von die gelehrte Professores werde sie überantworten an die Professores. 1. B. Könige 14 wie Abia, Jerobeams Sohn gestorben ist, hat man ihn begraben, denn dieser allein ist gekommen zu Jerobeam im Grab weil man an ihm gefunden hat eine gute Sache zu Gott dem Gott Israels. 5. Mos. 24, 21. 283