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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 267

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 3
Article
Polnische Übersetzungen und Editionen der Werke Moses Mendelssohns
Date
1929-01-01
Page
Seite 267 (sequence 6)
Language
German
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Majer Balaban. Polnisclie Uebersetzungen und Editionen der Werke Mendelssohns ständnis des großen Philosophen bei. Die polnischen Maskilim wußten aber, daß für die Verbreitung des Fortschrittes unter den breiten Massen der orthodoxen Jugend nur die mendelssohnsche Bibelübersetzung mit dem Biur dienen könnte, insbesondere, da viele von ihnen selber an der Hand dieser Uebersetzung die deutsche Sprache erlernt hatten. Abraham Stern, Jakob Tugendhold wie auch die Kaufleute Herzfeld, Halberstamm und besonders I. W. M. Kohn, Inhaber einer reichhaltigen hebräischen Bibliothek, sammelten die heranwachsende Jugend um sich und suchten sie durch die Lektüre der mendelssohnschen Schriften wie auch der deutschen Klassiker in die moderne Welt einzuführen. Den entscheidenden Schritt machte aber Moses Tanenbaum, Kaufmann und namhafter hebräischer Schriftsteller12), der den reichen und freigebigen Tewele (Teodor) Töplitz13) bevvog, etwa 15 000 Rubel für den Neudruck der mendelssohnschen Bibel zu spenden. Die hochherzige Spende ermöglichte es Tanenbaum, sich sofort an die Drucklegung der dickleibigen fünf Bände zu machen, der Rest der Kosten wurde durch Subskription aufgebracht. Die am 15 Siwan 5595 (1835) nach allen Seiten Polens ausgesandte „Ankündigung"14) fand wohlwollende Aufnahme in den breiten Schichten der polnischen Judenheit. Misnagdim und besonders Maskilim, unter ihnen "Naftali Dawidsohn, Sohn des amtierenden Warschauer Rabbiners Chaim Dawidsohn15), wie mehrere Rabbiner der Provinzstädte zeichneten die Subskriptionsscheine. Auch in Wilna und Umgebung fand Tanenbaums Ruf regen Widerhall; Zwi Hirsch Klaczko, einer der führenden Geister des dortigen Judentums16), nahm sich der Sache an und gewann viele Pränumeranten. Alle 5 Bände erschienen (1836—37) schnell nacheinander, und einem jeden wurden, außer den Haftarot mit deutscher Uebersetzung, auch die Sabbatgebete mit der Uebersetzung Dawid Friedländers laut der Berliner Ausgabe vom Jahre 1786, beigedruckt17). 12) Moses Tanenbaum starb im J. 1849; eine kurze Autobiographie enthält sein nffö •'JTOa, Warschau 183S, im Abschnitt D'Tin fJ7- 1S) Ein direkter Nachkomme Tevveles, Teodor Töplitz, ist heute einer der Führer der 'polnischen Sozialdemokratie. 14) nso ijn yaKJO'insrn kh iks mpn nna~>ö'ö lytjiiK /«n motj*?» •miim jwwVais npnyn o? irnn 15) Zur Geschichte der Familie Dawidsohn siehe: Frenk-Zagorodzki: 1924.?snxtt <jn*ttTTlin J?^aSS n In der Familie wurde überliefert, Naftali wäre damals gezwungen gewesen, die Mendelssohn-Bibel zu subscribieren. 16) R. Hirschel Klaczko ist der Vater des berühmten polnischen Literaten und Politikers Julian Klaczko, der in Krakau 1906 starb. Julian K. war in der Zeit, als sein Vater die Arbeit Tanenbaums unterstützte, ein Wunderkind, welches mit 11—12 Jahren polnische und hebräische Gedichte schrieb. Nachher verließ er das Judentum und war klerikaler polnischer Politiker. (Einen Empfehlungsbrief, den Dr. Max Lilienthal für ihn an L. Zunz schrieb, besitzt die Zunz-Stiftung zu Berlin. I. E.) 17) Der volle Titel der Sidurübersetzunfr Friedländers lautet: Vnrvsr??H9 o'a im üsynjn's ^rw yxsiu om?px ]jrn* ijn njjna naw .Vwns njn Mtfns tra nwrna th jks ]n?nys jpnpnjjaax .jra1? vapn'n 267

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