Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Bild Mendelssohns bei seinen Gegnern bis zum Tode Hegels
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 17)
- Language
- German
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Ludwig Feuchtwanger. Das Bild Mendelssohns bei seinen Gegnern bis zum Tode Hegels 4) Hermann Hettner, Geschichte der deutschen Literatur im 18. Jahrhundert. 2. Aufl. Braunschweig 1872. 2. Buch S. 208 ff. 5) Köster a.a.O. S. 212. «) Köster a.a.O. S. 213. 7) MGWJ 73, 81 ff. (1929); Bamberger verweist auf die ausführlichere Darstellung in seiner Einleitung zum ersten Band der Jubiläumsausgabe v. Mendelssohns Schriften. 8) Festgabe zum zehnjährigen Bestehen der Akademie f. d. Wissenschaft des Judentums, Berlin 1929; S. 22 ff. 9) Mit Rothacker wird hier die Meinung vertreten, daß das soziale und wirtschaftliche Gebiet am wenigsten geeignet ist, das Problem des Verstehens zu klären; trotzdem sei hier die aus dem Bereiche der Nationalökonomen genommene Einteilung der Verstehensweisen hier provisorisch übernommen; denn hier soll keine Erkenntnistheorie getrieben, sondern nur kurz mit den in sich klaren Unterscheidungen Sombarts die Kompliziertheit der Gestaltdeutung überhaupt angedeutet werden (siehe Verhandlungen des 6. deutschen Soziologentages in Zürich, Tübingen 1929, S. 208 ff.). Die drei Interpretationsprinzipe Fritz Heinemanns: das Verstehen der Welt aus dem Verstände, aus der irrationalen Sphäre der Seele und aus dem ganzen Menschen halte ich für die Geistesgeschichte für fruchtbarer als die oben hilfsweise eingeführte Sombartsche Unterscheidung (vgl. Fritz Heinemann, Neue Wege der Philosophie, Leipzig 1929, S. XXI). 10) Urteil Herders und Hamanns über Mendelssohn: Friedrich Heinrich Jacobi Werke, IV. Bd. 3. Abtlg. Leipzig 1819, S. 143; Otto Hoff mann, Herders Briefe an Joh. Georg Hamann (Berlin 1889), S. 223. lx) Julius Bab dringt in seinen Aufsätzen „Goethe und die Juden" („Morgen" II, 1 u. 2) über die peripherische Zusammenstellung von Aeußerungen Goethes hinaus zu dem Kernproblem vor, wenn er (S. 46) zur Erklärung der Goetheschen Vorurteile prinzipiell über die Stellung historischer Persönlichkeiten zu den Juden ausführt: „Die Oekonomie des Lebens verlangt es, daß jeder, auch der größte Mensch, an hundert einzelnen Punkten, die für sein Lebenswerk nicht von entscheidender Wichtigkeit sind, sich einfach von der Tradition tragen läßt und ihre Formeln bequem übernimmt". 12) Hamann hat das Forschungsinteresse in den letzten Jahren mächtig angezogen. Das Schrifttum bis zum Jahr 1921 ist erschöpfend aufgeführt in der gut gearbeiteten Zusammenstellung: Schriften J. G. Hamanns, ausgewählt und herausgegeben von Karl Widmaier (Leipzig 1921) S. 426 ff. Roths achtbändige Gesamtausgabe (seit 1821) und Gildemeisters sechsbändiges monströses unkritisches Hamann-Werk (seit 1857; die 2. Ausgabe der ersten Bände ist nur eine Titelauflage) sind immer noch unentbehrlich. Rudolf Ungers Biographie aus dem Jahr 1911 wird noch für lange hinaus unerreicht bleiben. Der beste Kenner Hamanns ist jetzt Fritz Blanke, der Nachfolger Walther Köhlers auf dem Züricher Lehrstuhl für Kirchengeschichte. In das Herz des Hamann-Problems kann nur die theologische Betrachtungsweise, besonders die Gegeneinanderstellung Hamanns, Kierkegaards und der „dialektischen Theologie" hineinführen. Wer H. als Mystiker oder als Erzvater der Romantik sieht, wer ihn gar noch wie Gervinus (Geschichte der Deutschen Dichtung IV*, 398 f.) oder wie Kayserling (in seiner Mendelssohn-Biographie) sieht, ist nie von der großartigen Spontanität dieses witzigen und tiefen Geistes berührt worden. Blanke gibt in seinem erweiterten Vortrag „J. G. Hamann als Theologe" (Tübingen 1928), in seiner Züricher Antrittsvorlesung v. 22. 6. 1929 über H.'s Philosophie des Wortes (mir nur nach Auszügen aus der N. Züricher Zeitung bekannt) und in dem Aufsatz „Hamann und Lessing" (Ztschr. f. systematische Theologie V, 188 ff.) die neueste Literatur seit 1921 sowie die von Unger nicht ganz gewürdigte religiöse Seite H.'s. Eindringlich neuestens auch: Ewald Burger, ]. G. Hamann! Schöpfung und Erlösung im Irrationalismus. Göttingen 1929. 229