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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 150

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
Date
1929-07-01
Page
Seite 150 (sequence 10)
Language
German
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Bernhard Wachstein. Wer sind die Prager Münk im 16. Jahrhundert? Isaias Munka, von Beruf Kantor, treffen wir in demselben Geleitsbrief ex 1559 (Nr. 402, Anhang, S. 441). Ghetto S. 135 erscheinen Rabbi Isaias und seine Gattin Kejle 1580 als Besitzer eines Teiles der Munkaischen Erbschaft. Aus derselben Quelle, S. 148, ersehen wir, daß Rabbi Isaias Munka einen Teil des Hauses CNr. 42 erwirbt. Aus L anda.u-Wachstein, Jüdische Privatbriefe Nr. 13, kennen wir einen Jesaia Horowitz aus ungefähr derselben Zeit. Der 1630 verstorbene Briefschreiber Salman Horowitz nennt seinen Vater THIHÜ TOfirv Ob wir es hier mit einer oder mit 3 Personen zu tun haben, ist schwer zu entscheiden. Wir haben früher, sowohl unter den Kindern des Sefl Münk als auch unter denen des Israel Münk, einen Isaias Münk angetroffen. Außerdem ist der Name in den letzten zwei Dezennien auch in der Familie Theomim schon anzutreffen. Es hat einige Wahrscheinlichkeit für sich, daß Isaias Münk im Geleitbrief 1559 der Sohn des 1555 verstorbenen Sefl Münk ist. Wir haben bis nun gesehen, daß die Beweise für die Identität Munk-Horowitz sich auf Nachrichten stützen, die die Generation des Isaias Munka betreffen. Nun wäre noch die Frage zu lösen, ob der schon in den letzten Dezennien des 15. Jahrhunderts auftretende Provenienzname Horowsky ein konkurrierender Name zu Munka ist, oder ob sich der Name Münk nur auf einen Zweig der Horowsky bezieht. Diese Frage bin ich auf Grund meines Materials zu lösen nicht imstande. Jedoch möchte ich auf manches hinweisen. Unter den Kapitalisten am Ende des 15. Jahrhunderts und darüber hinaus treffen wir Zalman Horowsky, für dessen Identität mit Zalman Munka keine Grundlage vorhanden ist. Als seine Kinder, die ebenfalls im Geldhandel tätig sind, erscheinen: sein Sohn Mayer sowie seine Schwiegersöhne Mayer, Enoch und Elkan (S. 183, 184, 185). Nun finden wir Nr. 1194—1195, S. 942—943 ex 1504 Munka Mayer und Enoch; Nr. 1232, S. 967 ex 1527 einen Mayer zid, Munkuov bratr (Mayer Jude, Bruder des Munka), ohne jedoch die auftauchende Vermutung begründen zu können, daß wir es mit den früher erwähnten Gliedern der Familie Horowsky zu tun haben. Interessant und ausschlaggebend zunächst für die Hauptthese ist Nr. 1177, S. 933 vom Jahre 1489 bis 1499. In diesen Aktenstücken überläßt König Wladislaw einem seiner Günstlinge eine auferlegte Strafe „na zidu Horovskym a synu jehu" (dem Horowsky — oder aus Horowic — und auf dessen Sohn) und ein Jahr später eine solche „na zidech Horovskych Munkovi a Pinkasovi" welches nichts anderes bedeuten kann als: auf die Horowitz (oder aus Horovic) und zwar auf Münk und Pinkas. Ob nun daraus abzuleiten ist, daß das Geschlecht derer aus Horovic aus zwei Zweigen bestand oder, ob die Namen nur deshalb genannt wurden, weil gerade sie der Strafe verfallen waren, — das eine ist daraus zu entnehmen, daß die Münk mit den Horowitz identisch sind. Einen Aufschluß über den aufgetauchten Fragenkomplex könnte vielleicht eine Veröffentlichung der Grundbuch ein tragungen in Extenso bieten. Es bleibt nur noch übrig, dem Uebergang des Namens Münk auf die Theomim einige Worte zu widmen. Ich kann mich hierbei kurz 150

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