Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 151 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2259275-2259276-2259279-2259852--2508-2259965- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bernhard Wachstein. Wer sind die Präger Münk im 16. Jahrhundert? fassen, da ja die Theomim-Münk von mir in früheren Schriften eingehend behandelt wurden. Aber es gilt die Tragfähigkeit der Brücke zu sichern. Gewöhnlich vollzieht sich in dieser Zeit die Namenserwerbung so, daß der durch Heirat in den fremden Familienkreis eintretende zuerst als Schwiegersohn des X oder Mann der X bezeichnet wird, bis er schließlich selbst mit dem Namen belegt wird. Wie wir oben gesehen haben, rückte Israel Münk nach dem Tode seines Vaters in dessen Stelle ein. Welche Rolle seine Söhne in Prag einnahmen und ob sie dort wohnhaft blieben, wissen wir nicht. Sein Sohn Pinchas, der es in der Folge zum Vorsitzenden der Vierländer-Synode brachte, dürfte beim Tode seines Vaters bereits in Krakau gelebt haben. Die Stellung Israels erobert nach dessen Tode sein Schwiegersohn Moses Ahron Theomim, der zuerst Ahron aus Deutschland8), später Aron der Mann der Munkin und schließlich Aron Munka heißt. Ich beziehe nämlich die Urkunde Nr. 768, S. 556 trotz der textlichen Schwierigkeiten auf Rebekka, die Frau Ahron Moses Theomims. Mittelst der vom 15. April 1577 datierten Urkunde bestätigt Kaiser Rudolf II. der Eva Munkin, „der Tochter des Zalman Munka", die Privilegien der Familie aus den Jahren 1525, 1534 und 1545. Ich bin nun der Meinung, daß die Angabe „Tochter des Zalman Munka" auf einen Irrtum des Schreibers zurückzuführen ist, der mechanisch den Namen Zalman aus dem ersten Privilegium kopierte. Tatsächlich finden wir Nr. 781, S. 587 „Rabbi Aaron, der Eva Munkin Mann", (offenbar auf Grund des Privilegs) unter den Aeltesten des Jahres 1579. Es wäre auch nicht einzusehen, warum unter Umgehung der Erben des letzten Inhabers auf die Tochter des bereits 32 Jahre verstorbenen Zalman Munka zurückgegriffen werden mußte. Das Haus Theomims ist denn auch noch später im Besitz des Privilegiums, wie wir dies aus Nr. 1047, S. 827, ersehen, wo dieses auf Joachim Brandeis, den Schwiegersohn des Moses Theomim (s. Hock S. 51, 384) übergeht. Warum unsere Rebekka in der Urkunde „Eva" genannt wird, weiß ich nicht. Vielleicht hatte sie außer „Rebekka" noch einen Namen. Möglich auch, daß sie, wie es vorzukommen pflegte, vor den Behörden den Namen Eva führte. 8) Diese Angabe der Provenienz läßt doch die von mir Insdiriften I. S. 118 abgelehnte Annahme zu, daß Moses Ahron Theomim ein Sohn des Frankturter Gelehrten Nathan Veidel ist. Meine Bedenken bestehen freilich noch jetzt. Alle meine Bemühungen aus den mir erreichbaren Frankfurter Quellen die Frage zu lösen, führten zu keinem Resultat.