Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 148 (sequence 8)
- Language
- German
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Bernhard Wachstein. Wer sind die Prager Münk im 16. Jahrhundert? genossen . . ." Sein Tod fiel in eine Zeit, wo der Wunsch zeitgemäß war, daß „seine Verdienste in der Zeit der Not dem frommen Reste beistehen mögen." Wenn schon die bisherige Untersuchung die Richtigkeit der Identität Münk-Horowitz ergeben hat, soll nun der Versuch unternommen werden, Nachrichten über die damaligen Prager Vorgänge aus einer anderen Quelle für die Deutung unseres Stoffes heranzuziehen. Aus den Aufzeichnungen Joselmann von Rosheims (s. den Text in REJ. XVI. Nr. 20, Nr. 25, S. 93) wissen wir, daß es im Jahre 1534 in der Prager Gemeinde hoch herging. Wieder ein Beispiel, wie auch das Negative das Positive anzeigt. Diese allseits gequälte jüdische Bevölkerung betätigt ihren Lebensinstinkt in Streit und Hader. Der Kampf scheint sich zwischen der Familie Horowitz und den anderen Mandataren der Gemeinde abgespielt zu haben fi^y J?"S^> V2n JUtPS -istn pmn tok pai aans py xmp bnpn *pa nanai naina ♦•♦D*tP38 Zur Schlichtung des Streites wurde unter anderen auch Joselman berufen. Er unterstützte den zur Austragung des Streites gewählten Abraham b. Avigdor, den wir als Prager Oberrabbiner schon kennen lernten, in der Abfassung von Statuten, die 23 Punkte umfaßten. Zum Schluß ging es jedoch dem Manne aus der Ferne nicht sonderlich, denn p*g i&pp mn ]DJ >T12 Sll'Döa W TÖD n»mn ra 'mx moaV Vtd stsip nroan mjp'oi pmn HTIH bV T1/D3?V 'HD^Sni Die Sache nahm für ihn doch einen günstigen Ausgang. Auf diesen Fall bezieht sich Nr. 416, S. 295 ex 2/11 534, wo die Kammer an den König Ferdinand berichtet, daß die Prager Juden aus Deutschland einen Juden bestellt, der Satzungen und Ordnungen eingeführt habe usw. Namen kommen in diesem Berichte nicht vor. Hingegen kann man in dem oben S.145 erwähnten Streit zwischen einigen Prager Juden, die sämtlich den führenden Kreisen angehören, und Zalman Munka die von Joselmann berichteten Wirren erblicken. Auch daß in diesem Jahre Verhandlungen über das Familienprivileg gepflogen wurden, spricht dafür. Denn die von dem Schiedsgericht geschaffenen Satzungen (Takkanoth) werden sich ja wohl auf die Gemeindeordnung bezogen haben, also auf die Wahl und Kompetenz des Vorstandes u. dergl. mehr, lauter Dinge, -Fortsetzung von S. 146 Ich möchte in diesem Zusammenhang auf eine mir unverständliche Stelle Prager Ghetto 134 hinweisen. Dort», wird die Munkaische Familie als eine der ersten in Prag bezeichnet und bemerkt, daß sie sogar einer Synagoge in der Josefstädter Straße CNr. 113-V ihren Namen gegeben hat. Man denkt bei dieser Angabe an die Pinkassynagoge. Auf S. 146 wird jedoch das Haus CNr. 113-V, in dessen ersten Stock sich die Synagoge befand, als das Wechslersche Haus bezeichnet, in welchen man vergeblich die Münks suchen würde. Auf S. 131 ist ein Bild dieser Synagoge wiedergegeben, welches auch die Unterschrift trägt: Die neue (Wechsler) Synagoge (s. zur Gesch. der „Neusynagoge", Aladar Deutsch, Die Zigeiner-, Großenhof- und Neusynagoge S. 56 ff.). Jedenfalls zeigt die Angabe Ghetto I c, daß irgend eine Nachricht darüber, daß Munka (Horowitz) eine Synagoge gestiftet habe, in den Archivalien vorhanden sein müsse. 148