Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
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Bernhard Wachstem. Wer sind die Prager Münk im 16. Jahrhundert? Frau des Moses Ahron Theomim. Die anderen hier genannten Namen finden sich häufig in der Familie Horowitz und später auch in der Familie Theomim. Izdrahel Munka ist demnach kein anderer als der am 14. Tischri 333/21. September 1572 (Gal-Ed, Nr. 89) verstorbene Israel b. Salman [b.] Jesaia ha-Levi Horowitz. Aber an diesem Punkte erhebt sich eine Schwierigkeit, die, wenn sie nicht beseitigt wird, geeignet ist, das bisher so vorsichtig Erarbeitete zunichte zu machen. Wir haben oben gesehen, daß Zalman Munka zwischen dem 1. März und dem 28. September 1545 gestorben ist. Nun aber lautet das Datum der Grabschrift des Ahron Meschulam Salman b. Jasaia Horowitz, den wir als den Vater des Israel Munka angesprochen haben, nicht 1545 sondern 1550. Gegen die Richtigkeit dieses Datums ließe sich zunächst einwenden, daß ein Mann von einem so großen Einfluß, wie die Grabschrift ihm zuschreibt, in der Liste der Vergleiteten unmöglich fehlen konnte. Dann spricht gegen die Richtigkeit eine kalendarische Unstimmigkeit. Der achte Elul fiel nämlich im Jahre 310 nicht auf einen Sonntag, sondern auf einen Mittwoch. Hock in der deutschen Note zu dieser Inschrift, Gal-Ed Nr. 24, beseitigt diese Schwierigkeit, indem er stillschweigend für n liest und dementsprechend das bürgerliche Datum angibt. Meine These der Identität Munk-Horowitz, die ich schon während der Abfassung des ersten Bandes meines Wiener Inschriftenwerkes konzipiert hatte, veranlaßte mich schon damals, den Text der Grabschrift an Ort und Stelle zu überprüfen. Ich las nun yngf statt Nun ist es, wenn dieses Datum nicht irrrtümlich ist, gleichgiltig, ob der Mann, dem die Inschrift gilt, 1550 oder 1546 gestorben ist, da die Identität nur dann möglich wäre, wenn er eben 1545 gestorben ist. Aber die kleinere Spannung macht den Irrtum begreiflich. Daß hier ein Irrtum vorliegt, ist auch aus kalendarischen Gründen zu ersehen. Der achte Elul fiel in diesem Jahr auf einen Freitag. Eine Korrektur von fj in n macht die Sache nicht besser, da der 5. Elul auf einen Dienstag fiel. Hingegen stimmt das Datum für das Jahr 1545. Der Stein dürfte erst einige Jahre nach dieser bösen Zeit gesetzt worden sein. Der Todestag ist wegen der Abhaltung der „Jahrzeit" in Erinnerung und deshalb ist dieses Datum auch richtig. In der Errechnung des jüdischen Jahres hat sich jedoch der Schreiber geirrt. Unser Zalman Munka ist also der am Sonntag, 8. Elul 505/16. August 1545 verstorbene Ahron Meschulam (Salman) b. Jesaia ha-Levi Horowitz. Er ist „der Herr des Landes, der einen Zaun gezogen und sich in die Bresche gestellt . . . ein frommer Mann . . . der zu jeder Zeit für die Seinen Fürsprache getan. Ein Bethaus in aller Pracht hat er zur Ehre Gottes errichtet6), von dem die Lehre sich verbreiten sollte. Arme waren seine Haus- 6) Die Inschrift an der Westseite, die besagt, daß der Bau zum Andenken seiner Frau Nechama (dieser Name taucht auch in der Generation Moses Ahron Theomims auf) 1535 vollendet wurde, ist von Friedberg, Tol'doth Aiischpadiath Horowitz II. Aufl. S. 6 nach Podiebbad, Altertümer der Prager Josef Stadt S. 157, n. 125 mitgeteilt, wo auch mit Recht der falsche Schluß P.s aus Zemadi David zum Jahr 1286 berichtigt wurde. 147