Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 146 (sequence 6)
- Language
- German
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Bernhard Wachstein. Wer sind die Präger Münk im 16. Jahrhundert? Meine Lösung geht dahin, daß die Munka keine anderen sind als Glieder der bekannten Familie Horowitz. Betrachten wir einmal den Familienstand Sefl Munkas, der (S. 380) folgendermaßen angegeben wird: Sefl Munka, Juchomet, Kyva, Abraham, Izaias, Ryfka vdana na muze Chajna, maji mati, rikaji ji Kyva; Mindl, Handl. Juchomet, der erste Name, ist der der Gattin, wenn hier auch die Bezeichnung zena (Frau) fehlt, da die weiblichen Kinder in dieser Quelle nur nach den männlichen gereiht werden. Juchomet ist aber keine andere als Jochebed, die Tochter des „Nassi" Akiba C^Z aus Ofen, die 1551 verstorbene Frau des Sabbathai (Scheftl) Horowitz (Hock S. 2, Sp. II). Von den Kindern sind aus anderen Quellen bekannt: Kyva, d. i. Akiba, der Vater des Arztes und kabbalistischen Schriftstellers Sabbathai Scheftel, des Verfassers von Sdiefa Tal. Er ist identisch mit „Rabbi Kywa", der im kleineren Munkaischen Haus in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wohnte (Ghetto S. 135). Daß auch er ein Gelehrter war und deshalb mit dem Titel Rabbi angeführt wird, wissen wir aus dem Munde des Sohnes; Abraham, selbst Autor, ist besonders durch seinen Sohn Jesaia, den Verfasser des Werkes Sch'ne Luchoth ha-B'rith bekannt; über Jesaias, den dritten Sohn Sefls, soll weiter unten eine Vermutung vorgebracht werden. Ryfka, die Tochter, ist die 1579 verstorbene Frau Rebekka, Tochter des Sabbathai, des „Dajjans und Vorstehers der Gemeinde Prag" (HOCK S. 90, Sp. II). „Sie haben eine Mutter und nennen sie Kyva" kann nur so verstanden werden, daß in ihrem Hause die Mutter bzw. Schwiegermutter, die Witwe des Akiba OZ wohnte, da es ja einen Frauennamen „Kyva" nicht gibt. Wir können nach all dem mit Bestimmtheit sagen, dass Sefl5) Munka mit Sabbathai b. Jesaia ha-Levi Horowitz, gest. im Jahre 1555 (Gal-Ed, Nr. 77), identisch ist. Wir wollen nun den Familienstand Israel Munkas, des Sohnes des Zalman Munka, (S. 377) sichten: Izdrael Munka, Ursila zena (Frau). Deti (Kinder): Jan, Izaias, Samuhel, Pinkas, Mandl, Litman, Zalman, Ryfka (za Rifku smluveny Aron rodily v Nemden, zu deutsch: Ryfka ist verheiratet mit Aron, geboren in Deutschland), Ester, Ruoze, Nechana, Jan a syn jeho brata (und der Sohn seines Bruders) Izaias sestrenec (eine Waise). Von den aufgezählten Kindern erkennen wir in Pinkas den in Krakau 1618 verstorbenen Gelehrten Pinchas b. Israel Horowitz, den Schwager des Moses Isseries. Er ist der Rabbi Munka Pinkas, der vor seiner Uebersiedlung nach Krakau im Familienhause wohnte (Ghetto S. 135). Ryfka, die Frau des Aron, ist die aus Lipman Hellers Megülath Ebha bekannte Rebekka, T. Israel Horowitz, 5) „Schefl" als abgekürzter Name von Scheftl, der selbst ein Beiname zu Sabbathai ist, läßt sich in jüdischen Quellen nachweisen, s. z. B. Hock S. 222, Sp. II. Nr. 4885 „Sabbathai genannt V'^IP "• E>as Fragezeichen das und die Verbesserungen in Klammer sind zu streichen. Der Mann wurde eben Schewl genannt. Ebenso ist das „sie" das, S. 304, Sp. I. Nr. 8568 zu streichen. 146