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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 145

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
Date
1929-07-01
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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Bernhard Wachstein. Wer sind die Prager Münk im 16. Jahrhundert? sind Abraham Vikorinuv, d. i. der Oberrabbiner und Lehrhausvorsteher Abraham b. Avigdor, gest. 27. Tischri 303/7. Okt. 1542 (Qal-Ed. Nr. 120)3) und Mistr Hosek, d. i. der Rabbiner Josua Altschul*) (Nr. 467, S. 349). 1544 Erneuerung des Geleitbriefes und Erweiterung der Zahl auf 30, worin Zalman Munka an zweiter Stelle, da, wie wir gesehen haben, Abraham b. Avigdor indes gestorben ist. An 17. Stelle finden wir Israel Munka (Nr. 480, S. 349). 1545 1/, Weitere Verlängerung (Nr. 503, S. 357). Zalman Munka starb noch innerhalb der gewährten Frist, denn 1545 28/9. bestätigt König Ferdinand Israel Munka das seinem Vater von König Ludwig verliehene Familienprivileg (Nr. 515, S. 364—365). In dem 1545 30/9. verlängerten Geleitbrief für 62 Personen treffen wir schon Israel Münk, wie früher seinen Vater, an zweiter Stelle an (Nr. 516, S. 365). 1546 In der ausführlichen Liste, die 1546 von sämtlichen vergleiteten und unvergleiteten Juden aufgenommen wurde, wird wie bei den anderen auch der Familienstand Israel Munkas angegeben, worüber bald zu sprechen sein wird. 1548 trägt König Ferdinand dem Erzherzog Ferdinand auf, das Munka'sche Familienprivileg zu schützen (Nr. 547, S. 394; s. dazu Nr. 546). 1559 wird die Vertreibungssache wieder heftig aufgenommen. Unter den Bevorzugten, denen eine Frist zur Abwicklung ihrer Geschäfte vergönnt wird, rindet sich auch Israel Munka, diesmal an vierter Stelle (Nr. 602, S. 500). Weitere Nachrichten über Israel Münk sind in unserem Material nicht vorhanden. In dem oben erwähnten genauen Verzeichnis der vergleiteten und unvergleiteten Juden mit Angabe des Familienstandes findet sich unter den Vergleiteten auch der Name des Sefl Munka. Ich will nun die Auszüge unterbrechen und zur Lösung schreiten, wobei ich in meiner Beweisführung vom weniger Fraglichen zum Schwierigen schreiten werde. 3) Wie schon HOCK zur Stelle bemerkt, hat Abraham aus diesem Anlasse das später in die Morgenliturgie des Versöhnungstages aufgenommene Bußgebet, DmaK >rf?K gedichtet. Gleich der Anfang 'JlptlT U'KWÖ p^rnn^ 12Tn2DV&/Q macht uns mit der Tatsache bekannt. Das Ganze spiegelt den rechtlosen Zustand und die seelische Beschaffenheit der zu Gott um Erlösung aus dem Exil aufschreienden Gemeinschaft wieder. 4) S. H. Lieben verweist zu Mistr Hosek S. 377, n. 84 auf einen Prager Rabbiner des Namens Josua in den Rechtsgutachten des Moses Issserles. Er ist aber auch in Prager Archivalien nachzuweisen. 1532 starb in Prag Hendl, die Witwe des Rabbiners Josua Altschul (Bondy - Dworsky S. 377 führt sie den Namen Rendl). Hock, Die Familien Prags, S. 15, Sp. I. 1606 starb Nathan, genannt Seligmann, Sohn des Rabbiners Josua Altschul. Hock, S. 17, Sp. I. Bei Bondy-Dworsky führt dieser Sohn den Namen Stastny (Czechisierung von Selig). 145

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