Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Wer sind die Prager Munk im 16. Jahrhundert?
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 144 (sequence 4)
- Language
- German
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Bernhard Wachstein. Wer sind die Prager Münk im 16. Jahrhundert? 1533 10/6. König Ferdinand an die Kammer in dieser Sache. Verschiebung der Angelegenheit bis zu seiner Ankunft. Indes soll die Kammer Sorge tragen, daß „der, Jud nicht indert flüchtigen Fuß setz noch abweich auch seines Guts und von den Briefen nichts vernickt werd" (Nr. 1244, S. 974). Von dieser Angelegenheit ist nicht mehr die Rede. 1533 13/4, 24/7, 25/9, 24/10. König Ferdinand an die Kammer betreffs der Beschwerde „unseres Juden Manndl zu Zistersdorf wider unseren Juden Munko (auch hier fehlt der Vorname)". Bericht der Kammer usw. Manndl beschwert sich, daß er gegen sein Privilegium von Munko vor das Prager Judengericht gezogen wurde. M. sollte daher als Verletzer dieser Privilegien in die normierte Strafe verfallen. M. verantwortete sich dahin, daß die Austragung vor dem Prager Judengericht mit Zustimmung der Gegenpartei geschah. Dieser Verantwortung schließt sich auch die Kammer an (Nr. 1242, S. 973; Nr. 405, S. 286 bis 287; Nr. 1245, S. 975; Nr. 408, S. 289—290). Wenn in damaliger Zeit sich auch der König mit der Gerichtsbarkeit persönlich befaßte, so zeugt doch sein Eingreifen für das Ansehen der beiden Parteien. Manndl von Zistersdorf (in N.-Oesterreich) muß schon irgendeine Rolle im wirtschaftlichen Leben gespielt haben, denn er gehört zu der Zahl der Wenigen, die von der über die Juden im Lande Niederösterreich 1554 verhängten Vertreibung eximiert wurden, s. das Dokument bei Pribram, Urkunden und Akten et I. S. 8. 1534 28/1. Entscheidung des Königs Ferdinand in dem Zwiste zwischen Samuel Sax, Stastny Malostransky, Mojzis lekar, Isak Baruchuov syn, Mojzis Cerny, Mayer Sary syn und Zalman Munka (Nr. 409, S. 290—291). 1534 6/3, 24/12. König Ferdinand an Bürgermeister und Rat der Altstadt-Prag wegen des vom König Ludwig an Zalman Munka erteilten Familienprivilegs. Auftrag zur Rückerstattung an den Inhaber (Nr. 411, S. 291—292; Nr. 1250, S. 279). 1534 24/12. Befehl des Königs Ferdinand an Zdenek Trcko die Schuld von 1000 Schock Prager Groschen an Zalman Munka rückzuzahlen (Nr. 1251, S. 979). 1535 König Ferdinand an Bürgermeister und Rat der Altstadt-Prag betreffend die Beschwerde gegen eine Zalman Munka angeblich gewährte Begnadigung (Nr. 1256, S. 982). 1541 2/5. Adam Lew von Rosenthal an Zalman Munka, „den fürsichtigen" (In der Ansprache „Lieber Munko"). Mitteilung, daß er die geforderte Teilzahlung seiner Schuld zur Zeit nicht leisten könne (Nr. 1272, S. 994). 1542 beschließt König Ferdinand die Juden aus Böhmen zu vertreiben. Im ganzen sind es 15 Juden, denen ein Aufschub von einem Jahre bewilligt wird, und die zu diesem Zweck einen Geleitbrief „vor Gewalt zum Recht" erhalten. Unter diesen 15 figuriert Zalman Münk an dritter Stelle. Die ersten zwei 144