Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Eine Schmähschrift auf den Berliner Hofjuden Israel Aron 1673
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 138 (sequence 3)
- Language
- German
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Moritz Stern. Ein« Schmähschrift auf den Berliner Hofjuden Israel Aron 1673. Hosen, weill sie selbige zu verschiedenen mahlen bey deßen Leben ausgeflicket. 12. Dem Rabbi Baruch Levi von Wien, weill selbiger dem Testatori biß an sein Ende aufgewartet, in Signum debitae gratitudinis den letzten microcosmischen Egest6) oder Stulgangk. Mehres hatt vor dieses mahl Eylfertigkeit halben aus dem Original- Testament nicht extrahiret werden können, es seyndt aber bey denselben als Zeugen zugegen gewesen: H.') Jochim Ernst Stechow, H. Ottmar Churfürstl. Hoffmahler, H. Kunstdrechsler Plattfuß, H. Ober- Marschall-Hoffmeister Caßyer Dreyse von Darmstadt aus Thüringen, H. Eliaß der närrische Apotheker, H. Paridum Holtzkampf, Weinschenk, H. Harsani Bedienter, H. Johann Daniel und dann H. Johann Friedrich Stifelius, welcher diesem Actui als Notarius beygewohnet mit seinen absonderlich hierzu requirirten Testibus, als den Pagen- Hoffmeister H. Zimmermannen und den Hoffschneider H. Wilhelm Paßen. Grabschrift dieses Juden. Mein Leser, stehe still, hier unter diesem Steine Vergrub man Israels und Aarons8) dürre Beine. Sein gantzes Leben war der Schalckheit Priesterthum, Ein Jüde von Gemüth, drumb strebt er nach dem Ruhm, Daß er den Fürsten selbst mit Lügen hatt betrogen Und vielen an den Hoff die Ohren voll gelogen. Auf newe Schätzung war der schlaue Dieb bedacht, Wordurch die Cammer ihn und er sie aufgebracht. Die Bürger liebten ihn als Pestilentz und Schlangen Und, war der Hurensohn schon längsten aufgehangen, So hörte man jetzund nicht diese Teuffelslist, Das an den Juden er ein Judas worden ist. Bey vielen aber war er trefflich woll gesehen, Von Golde konte er geschickte Nasen drehen, Er hieße der Pamphil9) In dem Practiquen Spiell, Hierüber wardt offt ein gewehltes Blat geschlagen. Noch dieses kann ich dir mit trucknen Augen sagen, Das sein verlangter Sarg in keinen Thränen schwimmet, Wiewoll manch Gläubiger den Todt zu Hertzen nimmet, Weill ihnen allzufrüh der Vogel ist entrückt, Sonst hätte man ihm woll die Federn ausgepflückt. Sie segnen sein Gebein und trösten sich dabey, Das der verlogne Dieb im Nobiskruge10) sey. 6) Menschliche Körperleerung. 7) Herr. 8) So statt Israel Arons. 9) Treff-Bube. 10) Aufenthaltsort der Toten. 138