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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 69

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
[Rezension]
Date
1929-03-01
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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Bücherschau Max Freudenthal: Leipziger Meßgäste; die jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 1675 bis 1764. (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Nr. 29). J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., 1928; 232 S. 8<>. Max Freudenthal, der um die Erforschung der Kulturgeschichte der Juden in Deutschland, namentlich für die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts hochverdiente Gelehrte, von dessen Schriften hier nur an das ausgezeichnete Werk „Aus der Heimat Moses Mendelssohns" (Berlin 1900) und das ebenso vorzügliche, längst vergriffene, auch in großen deutschen öffentlichen Bibliotheken leider nicht vorhandene Buch „Die Familie Gomperz" (begonnen von David Kaufmann; Frankfurt am Main 1907) erinnert sei, hat im vorliegenden Bande der Wissenschaft eine neue einzigartige Quelle für die Geschichte der deutschen und ausländischen Juden erschlossen: die Verzeichnisse der jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 1675—1764. Die Bedeutung der Leipziger Messen für die Entwicklung des Warenhandels in Deutschland ist längst allgemein bekannt. Auch der Anteil der Juden an dieser hervorragenden wirtschaftlichen Einrichtung ist bereits durch die Wissenschaft gewürdigt worden. Das Hauptverdienst an dieser Leistung gebührte auch bisher schon Freudenthal, der in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", Bd. 45 (1901) in einer Abhandlung (auch selbständig erschienen unter dem Titel: „Die jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 1675—1699; Frankfurt am Main 1902) für die genannten Jahre Auszüge aus den im Dresdener Staatsarchiv ruhenden Leipziger Meßbüchern veröffentlicht hatte. Schon durch diese Arbeit war die ältere, fleißige, jedoch nicht ganz zulängliche und namentlich nicht auf den Meßbüchern selbst beruhende Rostocker 69 Dissertation von Richard Markgraf „Zur Geschichte der Juden auf den Messen in Leipzig von 1664—1839, ein Beitrag zur Geschichte Leipzigs" (Bischofswerda 1894; vgl. desselben Verfassers Aufsatz daraus: „Der Einfluß der Juden auf die Leipziger Messen in früherer Zeit"; in Steinhausens Archiv für Kulturgeschichte Bd. 5 (1907), S. 216 ff., 363 ff.) vielfach berichtigt und ergänzt worden. Die Darstellung in dem bekannten Werke von Werner Sombart „Die Juden und das Wirtschaftsleben" (14. und 15. Tausend; München und Leipzig 1927) beruht auf den beiden erwähnten Arbeiten. Seither war nur ein kurzer Aufsatz von P. Jacob Kohn: „Die Bedeutung der Juden für die Leipziger Messen" im Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft zu Frankfurt am Main, Bd. 13 (1920) hinzugekommen, der jedoch wissenschaftlich wertlos ist, weil er nur aus zweiter Hand schöpft und nicht einmal seine Quellen angibt. Umso willkommener erscheint die vorliegende Veröffentlichung, welche nunmehr das gesamte für die Zeit von 1675—1764 vorliegende Material aus dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv zu Dresden der wissenschaftlichen Forschung zugänglich macht. Diese Meßbücher, die sich als Quelle von hohem Werte für die verschiedensten Zweige der Geschichte der Juden erweisen, waren zur Steuerkontrolle über alle die Leipziger Messe besuchenden Juden eingerichtet und geführt worden. Kein jüdischer Meßgast — außerhalb der Meßzeit war den Juden der Aufenthalt in Leipzig überhaupt nicht gestattet — durfte es wagen, die Leipziger Tore zu passieren, ohne den vorgeschriebenen Leibzoll für sich und die Seinigen zu entrichten. Schwere Geldstrafen standen auf die Hinterziehung dieser Abgaben. Neben den Leibzollgebühren hatten die jüdischen Messebesucher gleich den christlichen für alle Waren, die zur Messe eingeführt wurden, wie für alle während der Messe verkauften Güter prozentual, —

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