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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 31

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Frühgeschichtliche Spuren der Juden in Deutschland
Date
1929-03-01
Page
Seite 31 (sequence 9)
Language
German
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S. Levi. Frühgeschichtliche Spuren der Juden in Deutschland. Die hier behandelten Steine aus der Mainzer Gegend sind nicht die einzigen, welche in unser Fragengebiet gehören und als solche sich in Sammlungen auf deutschem Boden finden.20) Die Sichtung des Denkmalmaterials dieser Art und seine Bearbeitung in umfassender Weise anzuregen, ist der Zweck dieser Arbeit. Die Sichtung der Denkmäler unter unserem Gesichtspunkt wird ergeben, daß Männer aus dem vorderen Orient und auch Juden mit den Römerheeren nicht nur als Händler und Marketender nach den mitteleuropäischen Gebieten gezogen kamen, wie man vielfach annimmt, sonsern auch als Träger Jahrhunderte alter Kulturen an den Fundamenten beim Aufbau einer Kultur auf deutschem Boden mitdienten. Nachbemerkungen: In dem Bewußtsein, daß die hier vorgebrachten Darlegungen ein noch wenig bearbeitetes Gebiet behandeln und manchen Zweifei zulassen, habe ich sie einigen Spezialforschern zur Stellungnahme vorgelegt. Die Aeußerungen des Herrn Professor Blaufuß-Nürnberg sind aus der Anmerkung 15 zu ersehen; einige weitere Antworten seien hier, obwohl sie beachtenswerte Einwendungen gegen meine Untersuchungen enthalten, hier angefügt, weil sie eine Aussprache über die vorliegende Frage einzuleiten geeignet sind: Herr Professor Behrens, Direktor des Römisch-Germanischen Zentral- Museums Mainz, schreibt: Zu Seite 28 unten: die Bezeichnung eines Römers durch nur zwei Namen ist charakteristisch für die Frühzeit (1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.), also kein Beweis dafür, daß der Betreffende kein römischer Bürger gewesen ist. Prof. Körber hat bei der Veröffentlichung solcher Grabsteine gelegentlich darauf aufmerksam gemacht. Zu Seite 30 unten: Der römische Soldat durfte in der Frühzeit nicht verheiratet sein. Er mußte im 1. und 2. Jahrhundert im Kastell wohnen, während er später zu seiner mehr oder weniger legitimen Familie ins Lagerdorf ziehen durfte. Für die Zeit, aus der Ihre Inschriften stammen, ist also nicht damit zu rechnen, daß er während seiner aktiven Dienstzeit verheiratet war. Herr Professor Neeb, Direktor des Altertums-Museums der Stadt Mainz, äußert sich folgendermaßen: Recht dankenswert ist es, daß Sie in Ihrer Arbeit einmal anregten, der Frage nach der Herkunft und in Verbindung damit auch der Confession unserer bunt zusammengewürfelten Mainzer Garnison in der Frühzeit der Römerherrschaft am Rheine nach zu gehen. Und daß Sie das mit aller Vorsicht und scharfer Kritik tun, ist um so wertvoller. Freilich die Namen allein können nicht ausschlaggebend sein; immerhin sind sie nicht zu mißachtende Wahrscheinlichkeitsfaktoren. Vor allem müßte einmal darauf geachtet werden, ob sich nicht irgendwo und irgendwie rituelle Anhaltspunkte für die jüdische Confession der hier in Betracht kommenden Auxiliaren finden lassen. Sei es im Tenor der Grabschrift, sei es in der Art der Bestattung (Grabritus) u. ä. m. 20) Ueber semitische Namen auf römischen Grabsteinen siehe Oxe, A.: Ein Asberger Denkmal aus Christi Zeit in „Die Heimat*' I, 3 Crefeld 1922, oder in Literat.- und Unterhaltungsblatt Nr. 225a vom 29. März 1922 der Kölnischen Ztg. unter dem Titel: „Zeit- und Stammesgenossen Christi am deutschen Rhein". 31

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