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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Frühgeschichtliche Spuren der Juden in Deutschland
Date
1929-03-01
Page
Seite 30 (sequence 8)
Language
German
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S. Levi. Frühgeschichtiichc Spuren der Juden in Deutschland. um Juden handeln könne, so darf man nicht vergessen, daß in soldatischen Kreisen und in kriegerischen Zeiten religionsgesetzliche Vorschriften nicht immer Beachtung fanden. Und wenn diese Namen auch ebensogut wie einem neujüdischen einem weiteren nichtjüdischen Sprachkreis angehören können, wobei besonders der mit dem Götzennamen Baal zusammengesetzte Name Jerubaal16) verdächtig ist, so läßt der Stein Nr. 3 diese Einwendungen schon mehr zurücktreten. Dieser, dem Caeus gesetzt, ist von dem Bruder des Verstorbenen über dem Grabe errichtet worden, während die ersten beiden wohl von nichtjüdischen Kriegskameraden, welche das jüdische Religionsgesetz nicht kannten, aufgestellt wurden. Der Vatersname des Caeus — für Caeus weiß ich keine Erklärung — war Hanel; dies ist entweder gleich ^82311 (Hananel) oder ViT3n ö^aniel), welches den dem jüdischen Religionsgebiet eigentümlichen und auf Gott angewendeten Bestandteil EL enthält, also im Deutschen etwa „Gottgnad" entspräche. Dieser Name ist hebräisch, findet sich in der hebräischen Literatur;17) obwohl der Gottesname EL auch bei den Phöniziern vorkommt. Der Stein trägt kein Bildnis, der Bruder, der offenbar im gleichen Heeresverbande stand, trägt den Namen Jamlich, welcher sich in 1 Ch., 4, 34 als Name eines Stammesfürsten der Simeoniten findet.18) Bei Josephus19) wird ein am Libanon wohnender Fürst Jamblichus neben den syrischen Großen genannt, die Antipater nach dem Tode des Pompeius für Cäsars Partei gewonnen hat. Daß dieser Jamblichus neben den syrischen Großen genannt wird, scheint anzudeuten, daß er nicht syrisch war. Die Orthographie dieses Caeus-Steines (Mhiles mit h und Ituraiorum statt des sonst üblichen Ituraeorum) beweist, daß dem Verfasser der Grabsteinschrift die lateinische Sprache eine Fremdsprache war, das ai statt ae zeigt, daß der Verfasser noch in der griechischen Schreibweise befangen war. Monimos starb mit 50 Jahren und diente davon 16, Caeus erreichte ein Alter von 50 Jahren und stand davon 19 im Heere, Sibbaeus lebte nur 24 Jahre und hatte 8 Jahre Kriegsdienste getan, so daß er mit 16 Jahren ins Heer getreten war. Ob diese Männer am Rheine Familien gegründet hatten, ist aus den Inschriften nicht ersichtlich. Und wenn wir auch nicht eindeutig feststellen können, ob sie Juden waren, so darf doch als sehr möglich oder wahrscheinlich gelten, daß sie aus dem judäisch-syrischen Gebiete stammten. 16) Obwohl Gideon, der Sohn des Joas, ein Richter der Israeliten, diesen Namen von seinem Volke erhielt und ihn durch sein Leben trug, s. Richter, Kap. 6, V. 32 und viele andere Stellen. 17) Zu Chaniel oder Haniel s. Nu. 34, 23 und 1 Ch. 7, 39; zu Chananel als Turmname s. Jer. 31, 38; Zach. 14, 10; Neh. 3, 1; Neh. 12, 39. Zu Ananel; wie der von Herodes aus Babylonien berufene Hohepriester hieß, s. Flavius Josephus Antt. XV, 2, 4; 3, 1; 3, 3. Hierher gehören auch die häufig vorkommenden Namen Chanani, Chananja und Ananias ('Avaviac;) 18) Ueber arabische und syrische Träger dieses Namens in verschiedenen Versionen vergl. Schürer, 1. Bd. Seite 234 f., 708 f. und 732. 19) Flavius Josephus, Bell. Jud. I, 9, 3. 30

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