Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 1 (März 1929)
- Article
- Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 19 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Adolf Kober. Die Geschichte der Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre. gestellt, sodaß beide Werke in gewissem Sinne einander ergänzen. Das Werk Otto Jöhlinger's, Bismarck und die Juden (1921) hat ausgezeichnetes Material über Bismarcks Verhältnis zur Judenfrage zusammengetragen, ohne daß man gleich Günstiges von der Verarbeitung sagen kann. Die Geschichte der Juden in den einzelnen deutschen Territorien ist eifrig gepflegt worden. Es hat Bearbeitung gefunden ihre Geschichte im mittelalterlichen und neuzeitlichen Baden durch B. Rosenthal (1927) und A. Lewin (1909), im Fürstentum Straßburg durch Weiß (1895), in Stadt und Land Salzburg durch A. A11 m a n n (1913), in der Schweiz durch Augusta Steinberg (1902), in der Kurpfalz durch L. Löwenstein (1895), in der Oberpfalz durch M. Weinberg (1910), im Rieß durch L. Müller (1901), im ehemaligen Fürstentum Bamberg durch A. Eckstein (1898), im Erzstift Trier durch Liebe (i.d.Westd. Zeitschr. 1893), in Kurmainz durch Salfeld, im Erzstift Köln des 18. Jahrhunderts durch G. Hoffmann (1928), in der Rheinprovinz f. d. Zeit von 1815—1915 durch L. Baeck (in dem gleichnamigen Werke) im Herzogtum Kleve durch Baer (1922), in Stadt u. Stift Essen durch Samuel (1905), in Niedersachsen durch Riemer (1907 Z. d. d. hist. Vereins f. Niedersachsen) und Le winsky , im thüringisch-sächsischem Gebiet durch S. Neu feld (1917 u. 1927), im ehem. Stift Münster durch Rixen (1906), in Hamburg durch Grunwald (1902, 1904), in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen durch Ph. Bloch (1892), J. J a c o b s o n (in der MS. 1920,1921) und durch L. L e w i n. Während die angeführten Arbeiten nicht alle gleichwertig sind, sondern manche nur eine Materialiensammlung darstellt, geht die Bedeutung der leider unvollendet gebliebenen gründlichen und ausführlichen „Geschichte der Juden in Schlesien" (1—6, 1896—1917) von M. Brann IIa) weit über die einer Provinzialgeschichte hinaus. Das größte Territorium, Preußen, hat wie schon erwähnt, durch Selma Stern's: „Der preußische Staat und die Juden, 1. Teil Die Zeit des Großen Kurfürsten und Friedrichs I." (1925) eine ausgezeichnete Bearbeitung gefunden. Nach dem Vorbild der „Acta borussica" zerfällt das Werk in einen Text- und Aktenband. Das Problem der Emanzipation wird aber nicht nur von der staatlichen Seite her beleuchtet, sondern auch die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturhistorischen Zustände der preußischen Juden weitgehend berücksichtigt. Kein Wunder, daß es überall die verdiente Anerkennung gefunden hat. Das schon im Jahre 1912 erschienene Werk Ismar Freund's: „Die Emanzipation der Juden in Preußen unter Berücksichtigung des Gesetzes vom 11. März 1812" zerfällt gleichfalls in einen Darstellungs- und Urkundenband. Von der Wiederaufnahme der Juden in der Mark an verfolgt Freund die Grundlinien der Judengesetzgebung, in deren Mittelpunkt das genannte Edikt steht, um sodann auch die legislative Fortbildung bis 1869 zu schildern. Den Ha) i. Rabin führt diese Studien weiter. 19