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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 396

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
[Ohne Titel] / L. L.
Date
1888-01-01
Page
Seite 396 (sequence 3)
Language
German
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396 Nachrichten. Ueber das von I. Kracauer mit gewohnter Sorgfalt herausgegebene Tagebuch Joselmanns von Rosheim (kevue äes etuäes Mives lome XVI, Q0. 31) hebräisch, mit französischer Übersetzung vgl. oben S. 312 und 323. Der 8. Jahrgang der von N. Brüll herausgegebenen „Jahrbücher für jüdische Geschichte und Literatur" (Fft. a. Main, Reitz und Köhler 1877, IV und 188 S.) enthält unter den Miscellen auch einiges auf Juden in Deutschland Bezügliche. S. 49—51: Auszug aus Büchers Werk (vgl. Zeitschr. I, S. 291 fg.) mit Hinweis auf ein Memorbuch von Kochendorf 1732. S. 60—62 werden z. Th. aus Responsen, Synoden der deutschen Juden im Mittelalter nachgewiesen, z. B. in Nürnberg (13. Jahrh.), Mainz (1307). S. 44—48 wird „ein Sendschreiben Saul Lewins über den in Altona über ihn verhängten Bann" (1790), ein bisher nur theilweise bekanntes interessantes Aktenstück, mitgetheilt. Auch die Recensionen behandeln einzelne gleichfalls von uns besprochene Schriften. Der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Szegedin, die im Jahre 1885 erschienen ist i> s-exsäl 28iä6k XXVI u. 374 S. gr. 8) läßt Herr Low anläßlich der Feier des hundertjährigen Bestandes der Chevra Kaddischa in Szegedin die Geschichte dieser Bruderschaft (u. d. T.': Low Immanuel und Klein Salomen: ^. 826Aeäi eksvra 1787-töl 1887-j^. Sse^eä 1887. 124 u. lithogr. Beilage) — leider ebenfalls in ungarischer Sprache — folgen. Die Schrift erweckt in ihrem größeren Theile nur locales Interesse, doch darf sie als erfreuliches Zeichen des erwachenden geschichtlichen Sinnes im Kreise der jüdischen Körperschaften begrüßt werden. Von allgemeinerem Interesse dürfte das Kapitel über Ursprung der Chevra Kaddischa sein (S. 11 ff.). Es wird überzeugend nachgewiesen, daß diese sogenannte „heilige Brüderschaft" keine ursprünglich jüdische Institution bildet, sondern ihre Entstehung, ihre Verfassung und ihre Gepflogenheiten den deutschen Todtenbruderschaften oder Calandsgilden des Mittelalters, die nach Kriegk (deutsches Bürgerthum im Mittelalter, Fft. 1868, S. 178 ff.) geschildert werden, verdanken. Selbst der Name „heilige Brüderschaft", der heutzutage für specifisch jüdisch gilt, ist mit geringer, der jüdischen Auffassung entsprechenden Veränderung der Benennung der christlichen Bruderschaften entnommen, da diese sich nach Luther (ges. Werke, Jena 1590, I 207 d, Sermon von den Brüderschaften) „der Heiligen Brüderschaft" nannten. Als älteste Chevra gilt die 1564 gegründete Prager. Auf S. 19 wird die Entstehungszeit einiger Chevra's — aus dem 17., 18. u. 19. Jahrhundert — nachgewiesen. Weitere Nachweisungen nach dieser Richtung wären erwünscht. L. G. In dem von Gräber in Jaroslau herausgegebenen „Jüd. lit. Magazin" gibt Magister Jonas Gurland von Odessa Beiträge zur Ge-

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