Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Ohne Titel] / L. L.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2259275-2259334-2259338--0895-2259683- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nachrichten. 397 schichte der Judenverfolgungen in Polen (auch im Separat-Abdruck erschienen). Der Verf. behandelt die Verfolgung von Uman ä. a. 1768 unter Gonta, sowie die unter Chinielnicki (1648—49) und veröffentlicht einige daraus bezügliche interessante Klagelieder und Gebete. Das kleine anregende Schriftchen ist der Vorläufer einer größern Arbeit über die zwei genannten Verfolgungen, in welcher der Verf. das ganze gedruckte und ungedruckte Material eingehend zu behandeln gedenkt. Derselbe bittet alle Freunde der Literatur- und Geschichtsforschung um einschlägige Mittheilungen aus hdsch. Quellen, Gemeindearchiven, Grabinschristen u. dgl. L. L. Michael Holz mann geht in seinem sehr ausführlichen, in Rücksicht auf das geringfügige Neue, das er bringt, viel zu ausführlichen Werke: Ludwig Börne. Sein Leben und sein Wirken nach den Quellen dargestellt (Berlin, Rob. Oppenheim 1888, VIII und 402 S.) auch auf Börnes Stellung zum Judenthum ein. Ein besonderer Abschnitt (S. 94—109) ist überschrieben: „Börnes Taufe; seine Beziehungen zu Christenthum und Judenthum"; S. 376 eine Mittheilung aus dem Kirchenbuche über die Taufe. — Börnes Beziehungen zu Henr. Herz, zu den Berliner jüdischen Kreisen werden breit dargestellt oder richtiger möglichst viele darüber handelnde Stellen aus Börnes leicht zugänglichen Briefen und Schriften zusammengetragen. Henriette Mendelssohn wird von M. Peez geschildert (Frankfurter zeitgemäße Brochüren, Heft 4, S. 97—128, Frankfurt a. M., A. Foesser). Sie ist die Tochter Moses Mendelsohns (1775 -1831), als Erzieherin in Paris thätig, seit 1812 zum katholischen Glauben übergetreten und eifrig für ihre neue Religion thätig. Der Verf., der außer dem gedruckten Material auch einzelne unedirte Briefe benutzt, zeichnet ein anmuthiges Characterbild, legt aber den Hauptnachdruck auf die Darstellung der frommen katholischen Gesinnung seiner Heldin. Von Jakob Kaufmann (1814—1871), einem jüdischen Schriftsteller, der in Oesterreich, dann in Leipzig, später in London eine reiche journalistische Thätigkeit entfaltete, auch eine Sammlung von Aufsätzen als Buch u. d. T.: „Bilder aus Oesterreich", freilich ohne seinen Namen herausgab (1850) gibt Gust. Frehtag, der schon in den „Erinnerungen aus meinem Leben" (Gesammelte Werke, Bd. I, S. 153 ff.) des Freundes innig gedacht hatte, ein durch seine Schlichtheit und Herzlichkeit sehr wohlthuendes Lebensbild (Gesammelte Werke, Bd. XVI, S. 9—20). L. G.