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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 395

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
[Ohne Titel] / L. L.
Date
1888-01-01
Page
Seite 395 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Nachrichten. 395 nur im Auszug bekannte Urkunde Kaiser Karls IV. vom 27. Juni 1349, durch welche der Kaiser dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg drei der besten Judenhäuser in der Stadt Nürnberg schenkt, die er sich bei der demnächst daselbst bevorstehenden Judenverfolgung („wan die juden daselbes nu nehst werden geslagen") auswählen möge. Das hier mit solcher Sicherheit vorhergesehene Ereigniß ist bekanntlich im Herbst des Jahres eingetreten: am 2. October ertheilte der Kaiser dem Rath Indemnität für etwaige Schädigung der Juden in nächster Zeit; am 16. November ertheilte er die Erlaubniß zum Abbruch der Judenhauser; am 5. Deeember fand der Judenbrand statt (Städtechroniken, Nürnberg I, 25). G. Wolf giebt in seiner bei Gelegenheit der Enthüllung des Maria- Theresia-Denkmals veröffentlichten Schrift: „Aus der Zeit der Kaiserin Maria Theresia" (Wien, Holder 1888) aus archivalischem Material eine Reihe von Mittheilungen über die Verhältnisse der österreichischen, insbesondere der böhmischen Juden unter der Regierung jener Kaiserin. Von Interesse ist besonders, daß im Jahre 1762 die k. k. Hofkanzlei die Juden Böhmens ausdrücklich dagegen in Schutz nimmt, daß ihnen Landesverrath während des österreichischen Erbfolgekrieges (um dessen Willen sie bekanntlich von 1744 bis 1748 aus Böhmen ausgewiesen waren) zum Vorwurf gemacht werde, da für diese Anklage niemals ein Beweis erbracht worden sei. _ H. B. Der schöne Bortrag I. v. Döttinger's: „Die Juden in Europa", zuerst gehalten in der Festsitzung der Münchener Akademie 25. Juli 1887, dessen Schluß: „Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da", schon die Tendenz andeutet, und der auch einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der Juden in Deutschland während des Mittelalters gewährt, ist neugedruckt (I. v. Döllinger, Akademische Vorträge, Nördlingen 1888, 1. Band, S. 209—241).__ M. H. Friedländer giebt „Materialien zur Geschichte der Juden in Böhmen" (Brünn, B. Epstein) als Fortsetzung zu seinen 1877 und 1878 erschienenen Beiträgen und Schilderungen, welche den Juden in Mähren gewidmet waren. Die Geschichte wird, meist nach neueren Monographien, nicht immer sachlich genug erzählt. Bei Mittheilung von Urkunden wäre größere Sorgfalt, bei Citaten erheblich mehr Genauigkeit und Ausführlichkeit nöthig gewesen. Die neuere Zeit, vom 16. Jahrhundert an, wird mit ziemlicher Ausführlichkeit behandelt. In einem Anhang (von S. 78 an) wird ein „Verzeichniß der (im Ganzen 11) hervorragendsten jüdischen Gelehrten und verdienstvollsten Philantrcpen, die seit vier Jahrhunderten in Böhmen segensreich gewirkt", mitgetheilt. G. Wolf giebt in dem Aufsatze: „Die israel. Cultusgemeinde in Horn in Nieder-Oesterreich (Sep.-Abdr. 8 S.) interessante Notizen über eine kleine Gemeinde hauptsächlich aus der neuesten Zeit. 26*

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