Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Ludwig Geiger, Die Juden und die deutsche Literatur. 343 nach dem Original) mitgetheilt werden, theils um eine Probe des seltenen Schriftchens zu geben, theils um an einem Beispiele zu zeigen, wie verbreitet damals die messianischen Hoffnungen, die Erwartungen der Juden waren, nach Palästina zurückgeführt zu werden und dort wieder ein mächtiges Reich zu begründen. Die Stelle ^) lautet: „Jakob. Wyr haben vnsern Cepter noch nyhe gentzlich verlorn, sunder alwegen k'önige, surften, vnd Propheten gehabt. Pfarher. Wo do? Jakob. Wir habenn einen in Babilonien, Auch einen in Persienn. Pfarher. Ja es was Daniel in Babilonie zur zeht auch gewalltig. Des gleychenn Joseph in Egipten, sie waren drumb nicht k'önige, so möchts hetzundt auch zu gehen. Jakob. Habt yr auch geHort vom wüten meer, wie das wütet vnd nymmer rüget bhß aufs den Saboth, do Gott geruget hat, nach der schepffunge, aufs die stundte stehet es sthll, vnd wer do handelt, der mus ausf die zeyt herüber kommen; Nun haben wir ein gepott den Saboth zu feyren, vnnd wirdt auch festigklich von vns gehallten. Nun weytter es seint xii geschlecht gensterhalb des meerß gewest in Egipten, vnd nicht mehr dan eylffthalb geschlecht seint erüber komm im außgange, die selbigen habenn allwegen Propheten bey sich gehabt, die selbigen haben erwart, wen sie Got wollt heymsuchen, vnnd erlößen, vnnd Visen vergangnen Sommer hatt Gott sie mit gnaden hehm gesucht, dan das Wasser wie yr geHort habt, hat nur den Saboth styll vorgestanden, odder diesen Sommer aufs ein zeyt hatß angefangen auff den Saboth, vnd acht tage in rügen gestanden, So habenn die Propheten zum volcke geruffenn, das sie sollen ansehen, das sie Gott erlößen wollte, drumb sollen sie außgehenn in das gelobte landt, das yhn Gott versprochen hatte. Saget weyther das sie yr Legaten beym Keyßer der Turcken gehabt, vnd hn gebetthen, das er yn wollte ein rawmen das gelobte landt, dann Gott hetß hren vettern vnd hn eingegeben, Darauff der Turcke geantwort hat, die Wehls hrer vatter ist gewest, vnnd von Gott hhn gegebenn, er wollte es yn verkauffen, darauff die Juden Widder geantwort Gott hett es yn gegeben, darumb wollten sie es nicht kauffen, sunder mit dem schwerdt gewyn, vnd zeygte an das der Keyser der Turcken vnd die rothen Juden yetzundt mit dem schwerdt vmb das gelobthe landt fechten. Pharher. Ist yr dann so viel, das sie so mechtig seindt. Jakob. Ja hr ist zu sechßmall hundertmall tausent, das bhn ich gewyß. Auch Wirts neulich in druck kommen, der Jude was vast ein beredt man, auch auff neunnerley sprachen wol gelart, drumb stundts der Pfarher zu frieden." Von geringerer Bedeutung ist ein zweiter Dialog, den ich gleichfalls aus der Göttinger Universitätsbibliothek benutzen konnte. Er führt den Titel: „Ein gesprech auf das kurtzt zwischen ehnem Christen und Juden, auch ehnem Wyrthe sampt seynem Haußknecht, den Eckstein Christum betreffend^ so nach Götlicher schrifft abkunterfeyt ist, wie alhin beygedruckt figur außweyßet. (1524, 15 Bl. in 4°, Gott. Univ.-Bibl. S.K.L. 104e) Denn diese Schrift hat, trotzdem ein Jude im Titel ausdrücklich genannt Durch sie mag die unten angeführte Aeußerung Melanchthons veranlaßt sein. Vgl. den Schluß der ganzen Abhandlung und die Nachträge.