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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 336

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1888-01-01
Page
Seite 336 (sequence 40)
Language
German
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ZZ6 Ludwig Geiger, Die Juden und die deutsche Literatur. Witz. Sonst ist sie eine langathmige, schlecht gereimte und in elenden Versen geschriebene Deklamation gegen die Fürsten und hohen Herren, daß sie den Juden eine unverdiente Stellung einräumen — wobei häufig auf Pharao und sein Geschick exemplificirt wird — gegen die Juden, denen Wucher, Schmähung der Christen vorgeworfen und deren üppiges Leben der Armuth der christlichen Stadt- und Landbevölkerung gegenübergestellt wird. Der Autor entfaltet seine theologischen Kenntnisse, indem er aus dem A. T. die Aussprüche zusammensucht, in denen Gott seine Unzufriedenheit mit den Israeliten äußert und fordert wiederholt und ausdrücklich die Vertreibung der Juden. Der eigentlichen Schrift folgt ein „Gespräch zweier Christen von Juden und ihren Mitgenossen." Albert braucht Geld und wird von einem Nachbar aufgefordert, dasselbe bei einem Juden zu leihen; auf dem Wege zu diesem wird er von einem Glaubensgenossen Christmann aufgehalten, der ihm, ganz im Tone und Inhalt der Hauptschrift das Wesen der Juden so schlimm darstellt, daß der Erstere von seinem Vorhaben absteht. Auch dieser Unterredner will die Judengenossen, die bestochenen Fürsten und die ungerechten Richter, mindestens ebenso treffen wie die Juden selbst; mit argem Spott, mit starkem Cynismus belächelt er Ansprüche, Rühmungen der Juden: die Abstammung von Abraham, die Beschneidung, die göttliche Offenbarung, Tempel und heiliges Land, er häuft unbewiesene Anklagen auf Anklagen und übertrifft sich selbst in grausamen Wünschen >). Die vierte dieser poetischen Schmähschriften, ein Gespräch zweier Rabbiner -), gehört dem Inhalt nach vollständig in diese Reihe und weicht nur der Form nach von den früher angeführten ab. Das sehr wortreiche und inhaltsarme Gespräch, das, nach der Angabe der Borrede, von zwei Rabbinern hebräisch niedergeschrieben, von zwei Studenten in der ') Nur ein paar Verse setze ich zur Probe der Gesinnung und des Tons her. Bei Gelegenheit der Beschneidung heißt es: die von Gott gebotene nütze nichts, (E2^) Doch wenn man ihn abschnied die Ohrn, Und auch die Nasen gar davorn, So seh irn Adel jederman Den sonst jetzt niemand sehen kan. Gott habe ihnen zwar ehemals ihr Land gegeben; nun aber seien sie dessen beraubt und würden dahin erst wieder gelangen (E 3^) Ja wenn die sew gen Himel fliehen Ein Fuchsschwantz wie ein Zimbel klingt. Ein Esel wie ein Nachtgal singt. Er wünscht ihnen wegen ihrer Verbrechen den Tod und formulirt seinen Wunsch in folgender wenig erbaulichen Weise: Wölt Got man hing sie wie die Hund, Sampt allen die in gutes gund. Je vier, fünff, sechs an einen Ast, So wern wir ab eine grosse Last, Die Wid ich gern bezalen wölt, Wens schon drey Taler kosten sölt. 2) Ein seltzam vnd Wunderbarlichs Gespräch, Von zweyen Jüdischen Rabinen gehalten, Welchs ein Ehrlicher Mann ohn alle gefehrd bekommen, wie der Bericht hernach erfolgen wirdt. Darunter ein Holzschnitt, zwei Juden im Gespräch darstellend. Ueber dem einen steht: Rabi Feydel, über dem andern: Rabi Senderlein. NVI^Xlll. bis v 5 8 Bll. in 8».

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