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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 333

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1888-01-01
Page
Seite 333 (sequence 37)
Language
German
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Ludwig Geiger, Die Juden und die deutsche Literatur. ZZZ man sich hüten müsse >). Bei Gelegenheit einer dieser Warnungen bekennt er seinen Judenhaß ganz offen, der übrigens, wie er hinzufügt, nicht durch persönliche Ersahrungen hervorgerufen ist 2). Den ersten Jahren der Reformation gehört eine Broschüre an 2), die als unmittelbare Nachwirkung der Psefferkornschen Pamphlete gelten mag. Der unbekannte Verfasser derselben stellt im Ganzen 7 Fragen auf und beantwortet sie zum Nachtheil der Juden. Die Thatsache z. B., daß Maria an einigen Orten keine Wunder verrichte, wird aus dem Umstände hergeleitet, daß an den betreffenden Orten Juden wohnen und schon durch ihre Gegenwart, noch mehr durch ihre „gräuliche Lästerung" der Jungfrau diese an ihrer Wunderthätigkeit hinderten. Unter den übrigen judenfeindlichen Schriften verdienen einige eine besondere Hervorhebung, theils wegen ihrer eigenartigen Mittheilungen, theils wegen der merkwürdigen Form, in welche sie ihre Nachrichten kleiden. Vier dieser Schriften sind poetisch. Die eine*) fingirt, ein Jude habe in einer (nicht ausdrücklich genannten) Stadt eine Badstube errichtet ^), die einzelnen!) Vgl. Mut. Briefw. 260 A. 5, 276 A. 3 und 309. An der letztern Stelle theilt Mutian deutsche Worte des jüdischen Dieners mit. 2) Oäi eZo eireulvoiLos, quaiKzuarv dovi sunt plurimi et cls ms dous rusriti. Worin dieses Verdienst der Juden um Mutian besteht, vermag ich freilich nicht anzugeben. 3) Auflosung ettlicher Fragen zu lob und ere christi Jesu, auch seiner lieben mutter Maria roider die verstockten plinden Juden, und alle die jhenen so sie in jren landen und steten wider recht enthalten, süren und gedulden neulich geschehen. D. I. T. F. Am Ende: Gedruckt jn der kaiserlichen Statt Nürnberg durch Fryderichen Peypus, Vnd seligklich vollendt am 26. tag Zanuarv NVXX. 13 Bll. Ich kenne die Schrift nicht; den Titel und die Bemerkung über den Zuhält entnehme ich Panzer, Annalen der deutschen Literatur S. 437 Nr. 980. — Die Schrift „Dialogus zwischen Petro vnd eynem Bawern, darinnen angezeigt wurdt, wie man aus Petri einen Juden gemacht hat vnd wie sie ken Rom kommen. Anno 1523. Gedruckt zu Erffurdt" 1 Bog. 4 habe ich im Allg. lit. Anz. Leipzig 1799 eol. 507 angeführt gefunden, vermag aber über ihren Inhalt nichts zu sagen. Aus dem Wortlaut des Titels möchte ich schließen, daß die Schrift sich mehr auf die Differenzen der beiden christlichen Religionsparteien bezieht, als daß sie eine antijüdische Tendenz zum Ausdruck bringt. 4) Der Judenn Badstub. Ein Anzeygung jrer manigfeltigen schedlichen Hendel zu Warnung allen Christen, jren trieglichen listigkeiten zu entweichen und die zu vermeiden. Wer wissen will was schand und schad Entspringet auß dem Judenbad Der selb durchleß mich biß zum endt Von jn wir sehend seind verblendt. ÄIVXXXV. A bis E 5 4 Bll. in 4«. Ohne Ort und ohne Autornamen. In den Schlußversen nennt sich der Autor Philipp von Allendorf. Ich benutzte vor Jahren (1874) das Exemplar der Züricher Stadtbibliothek, jetzt das der Berliner kgl. Bibl. Es sind zwei ganz verschiedene Drucke, wie aus vielen orthographischen und sprachlichen Eigentümlichkeiten hervorgeht. Unter dem oben mitgetheilten Titel ein sehr interessanter, eine Badestube darstellender Holzschnitt, der eine Reproduction verdiente. — Eine andre Ausg. 1611 in 8« verzeichnet Goedeke im Grundriß. — Eine neue Bearbeitung der Schrift oder des Gegenstandes angeführt bei Weller, Annalen d. Poet. Nat. lit. d. Deutschen II, 354. 5) Es mag bei der Gelegenheit daran erinnert werden, daß man iu jener Zeit das Baden mannigfach poetisch behandelte, vgl. z. B. die Badelieder, mitgetheilt bei

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