Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 15)
- Language
- German
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Ludwig Geiger, Die Juden und die deutsche Literatur. 311 dann dar, wie die Juden bei einer Hochzeit, der Tochter des Eleazar versammelt, nachdem sie Thören und Fenster verschlossen, einen Eid geschworen nichts auszuplaudern, sich zur unseligen That rüsten. Fünf werden feierlich auserwählt, die Kleinmüthigen durch Eleazar angefeuert; er aber ist der Muthloseste, als die Hostie den Angriffen widersteht und Opiksx muväi Wvisidi158 den Thätern erscheint, er will mit dem „Christengott" nichts mehr zu thun haben und beaustragt die Tattin presd^tero suum äeum rsääers. Und nun ist mit großer Geschicklichkeit geschildert, wie der ungetreue Priester, nachdem er wieder in dem Besitz des gestohlenen Gutes, von seinem Schuldbewußtsein verfolgt, wie ein Wahnsinniger herumirrt und durch dieses Gebahren sich verrät, wenn er sich auch nicht geradezu angibt. Bei der kurzen Darstellung der der Entdeckung der von dem Priester vergrabenen Hostie folgenden Ereignisse ist namentlich die Entrüstung des Verf. hervorzuheben über die Meinung des einen Beisitzers — es ist eine Versammlung von Professoren und hohen Beamten unter dem Vorsitze des Bischofs von Cammin — man möge die Hostie einfach verzehren und damit aus der Welt schaffen ') und seine Freude darüber, daß dieselbe feierlich in die Kirche gebracht und zweimal täglich der herbeiströmenden Menge gezeigt wird. Bei der Andeutung des Processes — die Juden gestehen Alles — warnt Marschalk in einer sehr bemerkenswerthen Stelle 2) vor der Leichtgläubigkeit des Publikums, die sich auch bei dieser Gelegenheit kundgegeben. Er erzählt kurz die Bestrafung der Schuldigbefundenen — die Unschuldigen werden entlassen aber verbannt — kann über die Standhaftigkeit der in den Tod Gehenden sich wol verwundern, sie aber nicht bemitleiden^), weil rnarnns nee Oaesaris a6 enrn rnajestas, nee reZurn ant prineipnm serenitas, neo terrenorurn äeniHne yni8Hnain, nt eoelites ornittantnr, nnHnara poterit, comparari rnortalinrn eerte ornniunr lonZe beatisLimos, si non aüurn kastus aliurn luxlls ed donarn inaZnarnHue eornrn partein rernrn deo (iicatarurn appetentia iinrnoöiea iveesseret, eurn ^'aetura aeaäerniae enristiavae in8i'Zni et vi ruortalinm inZenti, ynasi vero nnlla sit rernrn earurn post nae ratio re66en6a. Das bedeuten doch wohl die Worte: Ltadat a1i(^nain6iu 3ententia vre oarn adsninere. Der Verf. fährt dann fort, und namentlich die Schlußworte der Stelle sind kennzeichnend für seine Gesinnung: Hno6 an8urnrn se äieedat äo praesevtidus eensoridus nnus, seu pro eon8oientia 8na reli^ione oaeteris welior sive 6iseip1ini3 et antoritate aentior. ^lec^ns enirn enrn kaeile oreäiderirn talia prae- 8urQp8i'Lse per inviäiarn aut in8o1entiarn ynae ades8e rnaxirno ad nis viris 6edent o^ni sunt in prae8iäio rnilitia lÜnr^tianae p08iti; ieeis8etHus ornnino, 5i opinatio ejus ornniduL kui88et LuärsKiis eornprodata, <^no6 si xroeessisset, aetuin erat 6e eonoursu tarn eredro ae 8alutari. 2) Hnod enirn vuIZo ajnnt earmtiees eos antorern etiarn rouncii in elidanurn iZni sneeevsurn injec:i8so, rnediis Üarnrni3 intaoturn eva8is8e, in ginnern rnox euin sndter ao^nas rner?i38e et illurn üurnine 8eonnll0 Q?i(znarn6iu Üuita88e) ripa tanö^ern üuviali ineolurnern extiti886 ea a L6e ^adorant o^nae eZo o^ni^ern rnaZis pro vanis repnäiaverirn, o^nam pro veris afril-rnare au8irn o^uuin nnNa extent ni8i vu^Zi ere6nli inäieia. Ita o^rts natura eornparatnrn e8t. nt rurnori reeenti alisernper novns antor a66at. 3) lllirurn (zuarn pro reliZione sua animo eovstariti uee renitentes nee rnnliedriter eornplorantes inter inaloriirn nvrnnos vitarn onrn roorte eornrnntarint. ^ulla eerta venia ant rni8eratione äiZvi <^ni in rnunZi antorern tarn intanlZa ausi eravt.