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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 294

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 294 (sequence 63)
Language
German
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294 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher während sie dort „kauiu ew Kalkes ansteht, tritt sie in unserm Liede schon am neunten tage ein. 49. Auch ein Meistersang ist hier aufgenommen. Ms. S. 40—47. Die Vorliebe der Juden für Geschichten zeigt sich in ihrer schier endlosen Maase- (Erzählung) Litteratur; man vergleiche die vielen Auflagen des Maase- Buches, die Steinschneider im Serapeum 1848 S. 379; 1864 S. 65; 1866 S. 1 anführt, die vielen frommen Erzählungen von wunderbarer Rettung, von dem Leben verehrter Talmudisten, und die zahlreichen weltlichen Geschichten von Morus und Manchester, das Baba-buch, das Buch Josippon :c.') — Die Dichtung, die hier in Betracht kommt, ist das Lied des Mertin Mayer a. d. I. 1507 von einem kitter aus Lte^ermarokt Aeuauvt l'rimuQitaZ 2). Auch ein Prager undatierter Druck dieses Meistergesangs ist in hebräischen Lettern vorhanden 2). Die Fassung in unserm Ms. macht nur wenige Bemerkungen erforderlich. Der Name des Ritters ist hier vrumwus geworden, und die Prinzessin von Dänemark heißt kloraäiue (bei Göd. ^loreäedel). Die Varianten, die sich hier finden, sind im allgemeinen für die Textkritik unbrauchbar, da der Schreiber bei diesem Liede sehr unachtsam und nachlässig verfahren ist. Ich erwähne nur folgende: Z. 5 fautesei (Göd. stampeuei); Z. 28 verwirst er wieder das spezifisch-Christliche: „er köret ein me88 alle ta^", ^d schreibt: er tet 8ein Aeket alle taA; Z. 80 kein ^ort sie mit Irem vater ret Z. 117 von Stolkerx Z. 403 reimt nicht wie bei Göd. auf 401 sondern 402 und lautet: „so ser aus ^raukevlanÄ". Das Lied schließt mit V. 451. „äa.3 ^üusek Lek immer und evfiAliek". Die letzten 4 Verse also, die den Namen des Dichters und die Zeit des Entstehens mitteilen fehlen hier 50. Der poetischen Schwanklitteratur gehört ein Lied unsrer Sammlung an (S. 29—32), das zwar dem Stoffe nach sehr bekannt, aber in der vorliegenden Gestalt nicht mehr vorhanden ist. Man hat es hier, wie später nvchgewiesen werden soll, mit einer hd. Umschreibung eines niederländischen Textes zu thun. Leider aber hat der Schreiber nicht viel nl. verstanden, und so ist die Fassung, die wir vorfinden, eine außerordentlich verderbte. Ich gebe den Text zunächst so, wie er im Ms. steht, und werde ihn dann, so weit als es mir möglich ist, zu reinigen und erklären suchen. ^) l. Ein husman war wonhaftig bei Köln on dem trent, er zapfet bier und wein intrechtig, er hielt gut regiment. 1) okr. Steinschn., a. a. O. Nr. 158—198 Nr. 22. 68. 2) Am besten zugänglich gemacht bei Göd.-T., Lb. S. 340. 2) eir. Steinschn., a. a. O. Nr. 88; 1848, S. 347. Dasselbe Motiv wie im Trimunitas ist in einem Meisterliede verwertet, das in Nürnberg 1515 bei Jobst Gutknecht gedruckt wurde (K. B.). „Von dem allersenönsten Ritter Alexander und seiner senönsten Kranen. I7nd ^is er noen mit einer senönern in einem andern Landt sein ee draen, dardnren sie de^de in ein tknrn ZeleZt wurden / Und ^ie sein reent Le^ve^l) sie beide erlediget eto". 5) Viele Conjekturen verdanke ich der gütigen Hülfe von Herrn Prof. Edw. Schröder und H. vr. S. Singer.

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