Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 61)
- Language
- German
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292 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher 6,3.4 du wilst mich jungen Helden mit sehenden Augen machen blint 6, 7 mit einer Zeuuelleulaute (nd. mit einem suellen luäe hd. od, (auf, del) einer ueisLen Aluts) 7, 7 vil Mv^er nelä 8,2 unä äieo äar^u äer3vnla^en 8,4 äas rote dlut 12,1 er Ari 55 13,1. 2 wer sich an (Ms. ein) alte kessel reibt, der entfengt gerne rauch. (Die beiden nächsten Verse von Str. 13 sind hier besser überliefert als in dem nd. Druck, wo der Reim fehlt, sie lauten: so geschicht dir jungling (wo!) vun mir alten auch.) Aus diesem Verhältnis unserer Fassung zu den andern ergiebt sich, daß es einen hd. Druck gegeben hat, der dem bekannten nd. in manchen Lesarten näher stand als die jetzt noch vorhandenen; oder mit andern Worten, daß der Schreiber des nd. Hildebrandsliedes sich mehr an seine Vorlage gehalten hat, als man bisher angenommen hat. Eine absichtliche Aenderung nach dem schon oft erwähnten Prinzip liegt vor in 9,3 iek trau uk ^ott von uimmel, bei Uhland „ied tra^e Okrist vou kimmel ^el". Sonst ist noch 7, 4 als bemerkenswerte Abweichung von den bekannten Fassungen zu nennen : mir igt dei all meinen ta^en 2u reisen uk^elaodt (nd. für u5xeleAt in früherer Zeit allgemein gültig, namentlich mitteld.) im Reime zu „Aevaaeu"; hd. dafür „auS^esat-it" und nd. „atzesaent". Die Ballade „Ls lixt ein senloss in Oesterreich" ist, wie schon vorher bemerkt, im Ms. 2 Mal aufgezeichnet, S. 10 u. S. 34. Unter einander stimmen beide Fassungen genau überein, nur daß auf S. 10 die 6te Str. fehlt; aber von den allgemein bekannten weisen sie große Verschiedenheiten auf. Z. Es ligt ein schloß in Oesterreich, ganz wol ist es gebaut, von silber und auch von rotem gold, mit mürmelstein gemauert, jo, mauert. 2. Darin ligt sich ein junger knab wol um sein leben gefangen, er ligt sich wol vierzig klastren tief, bei ottern und auch bei schlangen, jo schlangen. 3. Das waren sich seine brüder gewar, ein brieslein teten sie schreiben: „sechs tusend gülden wollen mir geben wol um des knaben sein leben, jo, leben!" ') Möglich allerdings, aber nicht wahrscheinlich, ist, daß es eine verloren gegangene nd. Fassung gegeben hat, die sich der hd. annäherte, und die etwa unferm Sammler zur Borlage diente.