Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2259275-2259334-2259338-2259478--0776-2259576- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
290 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher der Mann, den sie heute erhalte, gezieme ihr wohl, sie brauche sich seiner nicht zu schämen, mit aller Klugheit sei er geziert. Daran solle sie denken und ihre Pflichten erfüllen, damit sich einst äa.8 ^an eäev Ae^en ir sedliessö) d. h. damit sich ihr einst das Paradies austhue. 12. Nun fürt ste hin in eren wol heim in ir gemach; „ir samen sol sich meren", als gott zu Abraham sprach, aide zu guter nacht! 46. Sehr interessant ist das Lied, das dem ebengenannten im Ms. vorhergeht (S. 59). Es trägt die Überschrift: „Lin sekön kallaklleä denixun (d. i. im Tone): es i8t uk eräen kein seligerer leiäen". Diese Zeile ist eins der Anzeichen dafür, daß auch deutsche Musik bei den Juden Eingang gefunden hatte. Das bekannte Gesellschastslied, das als Tonangabe dem Hochzeitscarmen vorgezeichnet ist, nnd dessen Metrum dieses genau entspricht, steht im FLB. Nr. 118, und mit der aus der Tabulatur entzifferten Melodie bei Böhme, ALb. Nr. 266. 1. Es ist kein größer freud uf erden, als wen zwei lieb zusammengeben werden; zu diser freud sol sich jederman sein bereit, knecht und maid, chathan und kallah zu eren. 2. Hört zu, chathan und kallah, was ich euch sag, euer sünd werden euch vürgeben uf disen tag. welt ir frei sein von der Hellepein, so tut nach den Worten mein, was ich euch tu lernen. 3. Wenn ihr auch „in Seimliekkeit" seit, dann bleibt stets züchtig; Gott sieht alles. 4. „^.uek äie Laiken im Rau8 äie sa^eu alle euere ^Verke au8". 5. Wenn ihr züchtig lebt, werden die Kinder, die euch Gott bescheeren wird, zu eurer Ehre gedeihen. 6. Treibt kein Hoffart noch Übermut noch Pracht, das ist euch ganz gm geacht; der stolzer mut tut nimmer gut, halt mein wort in Hut. was ich euch will lernen. Das wird in Str. 7 und 8 an dem Beispiel des Nakdimon ben Gorion in Jerusalem erhärtet; die Tochter dieses reichen Mannes mußte sich bei einer Hungersnot Körner zum Brot auflesen; „also straket sie Aott äer derren". 9. Hört zu, chathan und kallah, halt es nit vor ein scherz, nemet es fast zu herz, über die armen tut euch derbarmen, entfanget sie lieblich mit den armen, teilet gütlich und geren.