Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 53)
- Language
- German
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284 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher 14. Zch welt mich geren stellen ganz wild, muß über mein dank sein gestilt, es Hilst mich doch kein spreißen. alle menschen müssen auch darvon, wenn es gott der allmechtig will hon. spricht Eisuk Wallich Wirmeißen. Das Gedicht enthält Gedanken, die ein reicher Geiziger leicht an die Betrachtung seines herannahenden Todes knüpfen kann. Ich halte aber eine unmittelbare Einwirkung des „Todtentanzes", den der Landsmann des jüdischen Dichters, Caspar Scheit, aus dem Lateinischen übersetzte, und der seit 1556 in Worms viele Auflagen hatte, wol für möglich. Man vergleiche z. B. das, was dort der Tod zur Königin sagt, mit Str. 7: Reichtumb hat ewer herz besessen, das ir hant ewers gots vergessen, den armen auch kein guts getan, des werd ir haben kleinen lon: jetzt ist verschinen jar und tag, lenger ich euch nit dulden mag. oder die Worte, die dort an den „Reichmann" gerichtet werden: Hör, geitziger, dein end ist komen, heint wird dein sel von dir genomen, und morgen wirstu in die erden, zun wurmen tief begraben werden, wann du nu bist des todes gast, sag, wem ist, das du gesamlet hast? Fast wörtlich aber ist die Übereinstimmung der ersten beiden Zeilen von Str. 2 und 4 mit einer Stelle aus Scheit's Die Froelich Heimfart (K. B. Jh. 2406). Der Anfang des Kapitels „"Me ü-an ^äelkelt in toÄ8not komt" lautet nämlich: Nun war es aber an der zeit, das tod und leben kam zu streit. Dieser Umstand stützt die Annahme, daß die hebräischen Schriftlichen, die aus einem Seitenrand des auf der K. B. befindlichen Exemplars von Scheit's F. H. stehen, von unserm Sammler herrühren. 41. Ein andres Lied des Ms. (S. 75—78), das die besonders im XVI. Jh. ausgebildete Vorstellung von dem Totentanz zur Grundlage hat, ist bekannt: „Ls xwx ein maiälew zarten" (ek. Mittler Nr. 506, KnW. I, 24). Es hat aber hier 8 Strophen, die allen andern Fassungen fehlen, während anderseits 3 Strophen dieser (Mittler 15. 18. 19.) im Ms. nickt vorhanden sind. Schon Str. 2 findet sich nur hier: Ire äugen waren klare, wie eines falken gut, geflochten auch ire hare, sie hat einen frischen mut;