Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 39)
- Language
- German
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270 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher das bitt ich dich ftü und spot, gib mir alle tag mein täglich brot, das bitt ich dich, allmechtiger gott. Und statt 190, 13, 1 „Lok äank äir, Okrist, o xotte-s scm" setzt er „iod Sauk äir ^ott im koeken tron^. 33. Auf S. 67 des Ms. finden wir das 6stroph. Lied: Von grund des herzen mein Hab ich mir aus erkoren — er fährt nun nicht fort wie °der Dichter des geistlichen Liedes (WKL. V. 657): „5ssum äs.3 lämmelein", sondern setzt dafür „äen almäedtiAvn xott allein". In Übereinstimmung mit der plattdeutschen Fassung dieses Liedes (Hamburg 1610, vgl. Wackern. in der Anm.) lautet hier 2, 2 dsi äir din iek erkort und 3, 7 de^sr statt bsxir (: mir). — 34. Ein 13stroph. Lied, das an Gott die Klage über die Schlechtigkeit der Welt richtet, die nur den Reichen achte^Anr nach Geld strebe und den einfachen frommen Mann über die Achsel ansehe, ist auf S. 71—74 aufgezeichnet. 1. Unser gott und unser Herr, deine genaden zu uns ker, loß uns deine gnad erwerben; deine gnad und Huld, nit ker dich an unser schuld, mir müssen sunst verderben; allhie zu diser stund, in apegrund, allhie uf diser erden, hilf uns aus unser not, so werd uns rat, Herr gott, was will draus werden! 2. Schau und sich, was itzundert geschicht, kein recht tut nimmer gelten; ist einer schlecht und frum, man halt in für ein stumm, man tut in fluchen und schelten, frumkeit gilt nit mer, kein zucht noch er, (alhie uf diser erden), H lernen ist eine große kunst, doch hat er gar kein gunst, Herr gott, was will draus werden! Dem Reichen ist jedermann hold, man setzt ihn oben an, jeder ist sein Gespiel (3). Die Welt ist schamlos geworden, es lebt ein jeder nach seinem eignen Belieben und kümmert sich um keine Strafe (4). 5. Reichtum und?) er fint man nit mer, nach er tut niemand fragen, frumkeit und nutz stet oben an der spitz, ist war und nit verlogen; -) Ms. „darzu kein gut wort gibt er", als Zusatz leicht kenntlich, da 1) der Reim auf „werden" fehlt und 2) an dieser Stelle im Gedicht stets „allhie uf diser erden" wiederkehrt. 2) „und" ist hier zu fassen als „und zugleich" oder „zugleich mit".